Nach den Hardplatz-Krawallen äusserte sich Christoph Marty abwertend über Frauen und Homosexuelle. Das könnte ein juristisches Nachspiel haben.
27.10.2026, 18.16 Uhr
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Was als illegale Party begann, endete in einer Strassenschlacht mit der Stadtpolizei und brennenden Containern.
Stadtpolizei Zürich
SVP-Kantonsrat Christoph Marty kommt aus den Schlagzeilen nicht heraus. Grund dafür ist ein Facebook-Post im Nachgang zu den Krawallen am Hardplatz in der Nacht auf den 11. Oktober. Stundenlang hatten Randalierer sich eine Strassenschlacht mit der Stadtpolizei geliefert. Festgenommen wurde niemand. Für Marty ist klar: das liege daran, dass die Zürcher Stadtpolizei «zu drei Vierteln aus Frauen und Hinterladern» bestehe, statt aus Männern, die einstecken und austeilen könnten.
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Christoph Marty SVP-Kantonsrat
Dieser Post könnte nun ein juristisches Nachspiel für Marty haben. Wie die Tamedia Zeitungen schreiben, hat die Stadtpolizei Zürich Anzeige gegen Marty erstattet. Dies wegen möglicher Diskriminierung und Aufrufs zu Hass.
Die Zürcher Staatsanwaltschaft bestätigt auf Anfrage der NZZ, dass mehrere Anzeigen gegen Marty eingegangen seien. Diese würden nun geprüft. Weitere Auskünfte erteilt die Staatsanwaltschaft nicht.
Christoph Marty gibt sich auf Anfrage gelassen. Mit einer Anzeige sei zu rechnen gewesen. So hatten die Polizeivorsteherin Karin Rykart (Grüne) und die Stadtpolizei in einem Brief an die Geschäftsleitungskommission des Kantonsrats geschrieben, dass sie eine Anzeige prüfen würden.
Einschüchtern lasse er sich aber nicht, sagt Marty. Ebenso wenig werde er sich entschuldigen. «Ich habe Karin Rykart und dem Kommandanten der Stadtpolizei eine Entschuldigung angeboten.» Dies nachdem auch er das Schreiben an die Geschäftsleitung erhalten habe. Seine Kontaktaufnahme sei aber unbeantwortet geblieben «Jetzt entschuldige ich mich sicher nicht mehr.»
Marty räumt zwar ein, dass man ihm für den «derben und hässlichen» Post schlechten Stil oder mangelnden Anstand vorwerfen könne. Er habe damit aber gegen kein Gesetz verstossen.
Über den Trubel, den die Zeilen auf seinem privaten Facebook-Account ausgelöst haben, kann Marty nur den Kopf schütteln. «Wenn im Kantonsrat Gesetze verabschiedet werden, die das Leben der Menschen beeinflussen, interessiert das niemanden. Aber so ein Kommentar geht viral.»
Martys Post war letzte Woche auch Thema im Zürcher Stadtparlament. Dies nachdem die SVP-Fraktion die Gewalt gegen die Polizei bei den Krawallen am Hardplatz verurteilt hatte. Die AL kritisierte, die SVP behaupte zwar stets hinter der Polizei zu stehen. Gleichzeitig dulde die Partei in ihren Reihen einen Mann, der sich abfällig über Polizistinnen und Polizisten äussere. Daraufhin distanzierte sich Fraktionspräsident Stephan Iten im Namen der Fraktion «vehement» von Martys Aussagen.
Auch Ueli Bamert, Kantonsrat und Co-Präsident der Stadtzürcher SVP, verurteilte den Wortlaut in Martys Post. Die städtische SVP goutiere diese Art der Kommunikation nicht. Zu den jüngsten Entwicklungen konnte Bamert am Dienstag keine Stellung nehmen, er habe eben erst von den Anzeigen erfahren.
Am Montag forderten SP, Grüne und AL im Kantonsrat eine öffentliche Entschuldigung von Marty für seine Äusserungen. Sie seien weder derb noch hart, sondern homophob und frauenverachtend. Zudem solle die Kantonsratsfraktion endlich Farbe bekennen, ebenso die Leitung der kantonalen SVP.
Tobias Weidmann, Fraktionspräsident der SVP im Kantonsrat will sich auf Anfrage nicht äussern. Ebenso hält es Domenik Ledergerber, Präsident der kantonalen SVP. Die Partei regele solche Angelegenheiten intern.
Seine strittigen Zeilen auf Facebook hat Marty inzwischen gelöscht. «Es gab homophobe Kommentare dazu, welche klar nicht in meinem Sinn waren.»
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Source: Neue Zürcher Zeitung · Francesca Prader
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