Nach der Präsidentschaftswahl Bolsonaro-Partei erkennt Lulas Wahlsieg an – Flávio unter Druck

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  • Nach der Präsidentschaftswahl in Brasilien anerkennt die Partei des unterlegenen Kandidaten Flávio Bolsonaro das Ergebnis.
  • Gleichzeitig fordert die Partei eine Klärung offener Fragen zum Wahlprozess.
  • Bolsonaro selbst will das Resultat laut eigenen Angaben anfechten – und gerät juristisch unter Druck.

Der ursprünglichen Forderung Bolsonaros, die gesamte Wahl zu annullieren, schloss sich dessen Liberale Partei (PL) nicht an. «Wir erkennen das vom Obersten Wahlgericht verkündete Ergebnis der Präsidentenwahl an, sind jedoch der Ansicht, dass die aufgeworfenen Fragen angemessen geklärt werden müssen», hiess es in einer Erklärung der Partei. Sie kritisierte, fragwürdige Staatsausgaben kurz vor der Abstimmung am Sonntag hätten Zweifel am fairen Wahlprozess geschürt.

Legende: Flávio Bolsonaro selbst will das Resultat der Präsidentschaftswahl laut eigenen Angaben anfechten. Keystone/AP Photo/Eraldo Peres

Bolsonaro selbst änderte am Montag seine Strategie: Um Lula eine weitere Amtszeit zu verwehren, will er nicht mehr das Wahlergebnis an sich, sondern die Wahlkampfführung des Linkspolitikers juristisch prüfen lassen. Er wirft Luiz Inácio Lula da Silva Machtmissbrauch vor, und dass das gegnerische Lager massenhaft Falschinformationen verbreitet habe.

Unmittelbar nach Bekanntgabe des Ergebnisses am Sonntag hatte Flávio Bolsonaro noch erklärt, die Niederlage nicht anzuerkennen und die Annullierung der gesamten Wahl beantragen zu wollen. Laut dem offiziellen Wahlergebnis bekam er bei der Stichwahl 48.2 Prozent der Stimmen. Lula holte demnach 51.8 Prozent und könnte somit im Januar seine vierte Amtszeit antreten.

Bolsonaro juristisch unter Druck

Gleichzeitig gerät Bolsonaro juristisch unter Druck: Einen Tag nach der verlorenen Präsidentenwahl muss der unterlegene Kandidat wegen eines Geldwäscheverfahrens seine Pässe abgeben und darf das Land nicht verlassen.

Ein Richter am Obersten Gerichtshof verhängte Medienberichten zufolge eine Ausreisesperre gegen ihn. Grund sind Ermittlungen wegen mutmasslicher Geldwäsche.

SRF 4 News, 27.10.2026, 0 Uhr ;  agenturen/bolr;blac

Source: SRF · 27.10.2026, 05:16

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