Mittlerer Westen vor Midterms Wie Trumps Iran-Krieg seine Partei bei den Wahlen belastet
In Nebraska und Iowa ist die republikanische Partei in der Defensive. Die gestiegenen Benzinpreise sorgen für Unmut.
03.11.2026, 10:38
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Zwei Parteien, zwei Gefühlslagen: Der Republikaner Brinker Harding setzt zu einer kurzen Motivationsrede an. Eigentlich will der Kandidat für das Repräsentantenhaus seine freiwilligen Wahlhelferinnen und -helfer aufstacheln, einen weiteren Tag lang an Türen zu klopfen. Doch ihm stockt die Stimme, es scheint kaum Stimmung aufzukommen. Nur gut eine Handvoll «Canvasser» sind gekommen, um an diesem Tag in Omaha im Bundesstaat Nebraska für die Republikaner zu werben.
Im Gegensatz dazu herrscht bei seiner Kontrahentin, Denise Powell, Partystimmung. Mehrere Dutzend Helferinnen und Helfer finden sich bei der demokratischen Partei in Omaha ein. Es wird gesungen und getanzt, bevor die Freiwilligen auf die Strasse gehen.
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Bild 1 von 2. Denise Powell will als erste Demokratin seit zehn Jahren einen Kongresssitz in Nebraska holen. Bildquelle: SRF / Sandro Della Torre.
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Bild 2 von 2. Zu Powells Unterstützerinnen gehören «wütende Grossmütter», wie sich die Gruppe nennt. Sie stimmen die freiwilligen Helferinnen und Helfer mit einer Gesangseinlage auf den Tag ein. Bildquelle: SRF / Sandro Della Torre.
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Der Kontrast der beiden Momentaufnahmen darf als Sinnbild gedeutet werden, in welcher Stimmung die beiden Parteien im mittleren Westen in die Zwischenwahlen gehen. Die Republikaner sind in der Defensive, die Demokraten schalten auf Angriffsmodus.
Republikaner distanzieren sich von Trump
Omaha und seine Agglomeration gelten als Mikrokosmos für die politische Stimmung in den USA. Der Kongressdistrikt ist einer der kompetitivsten im Land. Den Republikanern machen hier die Folgen des Iran-Kriegs zu schaffen. Die Benzinpreise sind seither um über 40 Prozent gestiegen. Die Demokraten machen damit unablässig Wahlkampf.
Wir müssen diesen Krieg schnell beenden, die Benzinpreise müssen sinken.
Auch der Kampagnen-Manager von Brinker Harding, der hier um einen Kongresssitz kämpft, räumt das Problem ein. «Wenn wir an Türen klopfen, hören wir es immer wieder, dass die Benzinpreise zu hoch sind – und das stimmt auch», sagt Tommy Meisinger.
Die republikanische Verteidigungslinie lautet: Der Iran dürfe zu keiner Atomwaffe kommen. «Doch wir müssen diesen Krieg schnell beenden, die Benzinpreise müssen sinken», sagt auch Meisinger. Dessen Kandidat Harding führt einen defensiven Wahlkampf. Er machte den demokratischen Slogan «Affordability», die Forderung nach einem bezahlbaren Leben, gleich selbst zum Hauptthema – während Präsident Trump das Thema als einen Trick seiner Gegner bezeichnet.
Tankquittungen als Wahlplakat
In den ländlichen Gebieten des mittleren Westens wiegen die gestiegenen Treibstoffpreise besonders schwer. Schliesslich müssen schwere Pick-ups und Traktoren aufgetankt werden. Der Unmut zeigt sich auch im Bundestaat Iowa, östlich von Nebraska.
Bei einer gewerkschaftlichen Wahlkampfveranstaltung in Cedar Rapids dienen Tankquittungen als Wahlplakate. Eine Hebamme berichtet, wie sie wegen der Teuerung Mahlzeiten auslässt, damit ihre Kinder gut zu essen hätten.
Iowas Kleinbauern-Lobby setzt auf Demokraten
Selbst die Kleinbauern-Lobby hat genug. Die «Iowa Farmers Union» unterstützt das demokratische Ticket für den Kongress – ein aussergewöhnlicher Schritt. «Die Farmer sind am Rande einer Krise», sagt Präsident Aaron Lehman.
«Der Iran-Krieg, die Zölle und die Budgetkürzungen im Landwirtschaftsdepartement – all das schadet den Bauernfamilien.» Iowas republikanische Vertreterinnen und Vertreter im Kongress hätten sich nicht gegen diese Politik gewehrt, so der Verbandspräsident.
Der Druck auf die republikanische Partei ist gross. Auch in Iowa ist sie in die Defensive geraten. Umfragen deuten auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den offenen Senatssitz hin – in einem Bundesstaat, den Trump 2024 mit 13 Prozentpunkten Vorsprung gewann. Die Stimmung im mittleren Westen hat sich gewandelt.
Echo der Zeit, 02.11.2026, 18 Uhr
Source: SRF · Sandro Della Torre
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