Der Ex-Präsident geht auf Konfrontationskurs und wirft dem amtierenden republikanischen Präsidenten unter anderem Korruption vor.

Eineinhalb Wochen vor den Parlamentswahlen in den USA hat sich der demokratische Ex-Präsident Barack Obama in den Wahlkampf eingeschaltet und US-Präsident Donald Trump attackiert. Er warf ihm in einer Rede auf einer demokratischen Wahlkampfveranstaltung in Detroit vor, sich mehr für die Renovierung des Weissen Hauses zu interessieren als sich um die Sorgen der Amerikaner zu kümmern.

«Was hat es mit dem Gold auf sich?», fragte Obama. Trump hatte vor längerem das Oval Office mit Gold verzieren lassen und betont bei öffentlichen Terminen gerne stolz den neuen Look. «Er hat das Weisse Haus so aussehen lassen, als hätte Saddam Hussein eine Cheesecake-Factory eröffnet», kommentierte Obama.

Legende: Ex-Präsident Barack Obama mischt sich in den Wahlkampf ein und teilt gegen Donald Trump aus. EPA/ARI SAPERSTEIN

Obama setzte eine weitere Spitze ab: Er empfahl, dass Trump bei einem US-TV-Sender zu sehen sein sollte, der sich auf Sendungen rund um Hausbau, Inneneinrichtung und Renovierung spezialisiert hat. Obama bezeichnete die Zeit unter Trump als geprägt von Chaos, Grausamkeit, Korruption und Inkompetenz.

«Wir haben noch nie einen Präsidenten gesehen, der sich so unverhohlen auf Ihre Kosten bereichert hat», sagte Obama. Die Republikanische Partei scheine nun «für eine korrupte Regierung, eine unfähige Führung oder gar keine Regierung zu stehen».

Schelte für Trumps Zoll-Politik

Obama attackierte Trump auch wegen dessen aggressiven Handelsstreits mit Kanada und der Androhung hoher Zölle. Für den US-Bundesstaat Michigan ist die Zusammenarbeit mit dem Nachbarland etwa im Automobilbereich wichtig. Obama sagte über Kanada und dessen Bevölkerung: «Das sind die nettesten Menschen.»

Auch Trumps Iran-Politik nahm Obama ins Visier. Diese Politik habe dem Iran mehr wirtschaftlichen Einfluss verschafft. «Der Iran hat jetzt die Kontrolle über die Strasse von Hormus», sagte Obama.

Obama unterstützt linken Kandidaten El-Sayed

Ex-Präsident Obama kam nach Michigan, um dort den prominenten Demokraten Abdul El-Sayed zu unterstützen. Dieser kandidiert für den Senat und zählt zum linksgerichteten Lager der Demokraten. Es wird ein enges Rennen in dem Bundesstaat vorausgesagt.

Legende: Obama rührte in Detroit die Wahlkampftrommel für Abdul El-Sayed. EPA/ARI SAPERSTEIN

Am 3. November finden in den USA die Parlamentswahlen statt. Alle Sitze im Repräsentantenhaus und ein Teil der Sitze im Senat werden neu vergeben. Trumps Republikaner ringen darum, ihre knappen Mehrheiten in beiden Kammern zu verteidigen. Die oppositionellen Demokraten hoffen auf einen Sieg, um Trumps politische Vorhaben in seiner verbleibenden Amtszeit im Kongress zu erschweren.

Source: SRF · 25.10.2026, 10:14

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