Midterms-Niederlage Trump Media stürzt an der Börse ab – Anleger flüchten
Nach der Wahlschlappe laufen Investoren davon, sie fürchten juristische und politische Folgen für Trump. Der Überblick.
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05.11.2026, 18:24
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Der Kurssturz: Der Stern von Donald Trump ist am Sinken. Das zeigt sich nicht nur in den Wahlergebnissen, sondern auch an der Wall Street. Der Aktienkurs der indirekt von Donald Trump kontrollierten Firma Trump Media & Technology Group stürzt ab. Am Mittwoch, am Tag der Wahlergebnisse, sank der Aktienkurs um 25 Prozent. Am Donnerstag ging es weiter nach unten. Seit Jahresbeginn hat die Aktie bereits 68 Prozent an Wert verloren, das entspricht einem Buchverlust von rund drei Milliarden Dollar.
Das Unternehmen: Trump Media betreibt die Medienplattform Truth Social, und das Unternehmen steht zudem vor dem Zusammenschluss mit einer Firma, die Atomfusionskraftwerke zur Stromerzeugung entwickelt. Eine ungewöhnliche Kombination.
Nicht nur die Aktie von Trump Media stürzt ab, sondern auch die Kryptowährungen von Trump stehen zum Verkauf. Der Kurs des Trump Meme Coin $Trump fällt seit Bekanntgabe der Wahlresultate um 16 Prozent.
Die Geschäfte des Präsidenten mit Kryptowährungen sind umstritten. Zu Beginn der Präsidentschaft erreichte der Trump Meme Coin $Trump einen Wert von insgesamt mehr als 8 Milliarden Dollar. Inzwischen sind diese virtuellen Währungen nur noch 330 Millionen Dollar Wert.
Donald Trump hat die Firma erst vor fünf Jahren aufgebaut. Nach dem Sturm auf das US-Kapitol im Januar 2021 sperrten fast alle grossen sozialen Netzwerke wie Twitter, Facebook und Instagram die Accounts des damals abgewählten Präsidenten. Donald Trump brauchte eine neue Plattform für seine Botschaften, und so gründete er das Netzwerk Truth Social und im Hintergrund die Firma Trump Media. Das Unternehmen ging im März 2024 an die Börse.
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Bild 1 von 2. März 2024: Beim Börsengang ist Trump Media bis zu 9 Milliarden Dollar Wert. Jetzt ist der Börsenwert auf 1.2 Milliarden Dollar zusammengeschrumpft. Bildquelle: Getty Images/Michael M. Santiago.
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Bild 2 von 2. Am ersten Handelstag war für Trump die Welt noch in Ordnung. Der Kurs klettert im März 2024 steil nach oben. Bildquelle: Getty Images/Michael M.Santiago.
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Die Eigentumsverhältnisse: Im November 2024 wurde Donald Trump zum zweiten Mal zum Präsidenten gewählt. Statt seine Anteile an der Firma bei Amtsantritt zu verkaufen und sich komplett von der Firma zu distanzieren, blieb der gewählte Präsident Teilhaber. Donald Trump legte seinen Firmenanteil in einen Trust, der zurzeit 41 Prozent der Aktien hält. Faktisch kontrolliert er und seine Familie das Unternehmen. Donald Trump Junior, einer der Söhne des Präsidenten, sitzt im Verwaltungsrat des Unternehmens. Das umstrittene Geschäft mit Kryptowährungen wurde auch in die Firma integriert.
Das Geschäftsmodell: Die Geschäftszahlen von Trump Media sind miserabel. Im vergangenen Jahr machte Trump Media einen Verlust von mehr als 700 Millionen Dollar, und dies bei einem Umsatz von lediglich 3.7 Millionen Dollar. Vor allem die Kursverluste der im Betrieb integrierten Kryptowährungen ziehen das Unternehmen in die Tiefe.
Die Zukunftspläne: Vor knapp einem Jahr, im Dezember 2025, folgte eine bemerkenswerte Ankündigung. Trump Media will sich mit dem Unternehmen TAE Technologies zusammenschliessen, einer auf die Kernfusion spezialisierten Firma. Zusammen wollen die beiden Firmen Stromkraftwerke entwickeln, bei denen Atomkerne miteinander verschmolzen werden und so Energie freisetzen. TAE Technologies bringt die Technik und Trump Media das Geld für die Finanzierung und den Rückhalt der Regierung. Bereits in wenigen Jahren soll ein Kraftwerk ans Netz. Viele Experten halten das für unwahrscheinlich. Die Fusion muss von den von der Regierung Trump kontrollierten Behörden bewilligt werden. Der Interessenskonflikt ist offensichtlich.
Bei der Kernfusion verschmelzen zwei leichte Atomkerne zu einem schwereren Kern und geben dabei Energie ab. Nach diesem Prinzip funktioniert auch die Sonne. Um auf der Erde mit Kernfusion Strom produzieren zu können, muss ein mehr als 100 Millionen Grad heisses Plasma hergestellt werden, in dem die Wasserstoffatome fusionieren. Dafür braucht es einen Fusionsreaktor.
Im Gegensatz zur herkömmlichen Kernspaltung entsteht bei der Verschmelzung kein langlebiger radioaktiver Abfall. Die Technik gilt als vielversprechend. Allerdings sind weltweit noch keine solchen Kraftwerke im kommerziellen Betrieb.
Die Firma TAE Technologies, die mit Trump Media fusionieren will, ist in der Forschung führend und verfügt über etliche Patente. Bei der Firma arbeiten mehr als 400 Personen.
Die Herausforderungen: Mit der Wahlschlappe der Republikaner und dem sinkenden Einfluss von Donald Trump ist die Fusion infrage gestellt. Die Demokraten wollen die Interessenkonflikte und Verstrickungen der Familie Trump vermehrt untersuchen. Es gibt etliche Risiken und deshalb reagiert die Börse mit dem Kurssturz.
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SRF 4 News, 5.11.2026, 16:46 Uhr
Source: SRF · Manuel Rentsch
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