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Postfinance darf Stimmen der Anrufer nicht automatisch speichern

Die neuesten Meldungen.

21.10.2026, 11.12 Uhr

7 Leseminuten

Aktualisiert


Simon Tanner / NZZ

Stimmabdrücke von Kunden: Hotlines müssen laut Bundesverwaltungsgericht Zustimmung einholen

ehj. Seit 2018 erfasst die Postfinance Stimmabdrücke von anrufenden Kunden, die ihre Hotline anriefen. Dadurch sollte die Stimme beim nächsten Anruf wiedererkannt werden. Wer keinen Abdruck wünschte, musste dies aktiv mitteilen oder eine Einstellung auf der Website anpassen. Am Mittwoch (21. 10.) hat das Bundesverwaltungsgericht die Praxis der Postfinance zur automatischen Stimmerkennung für unzulässig erklärt.

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Im Mai 2025 hatte der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte die Postfinance bereits verpflichtet, eine ausdrückliche Einwilligung für Stimmabdrücke einzuholen und bestehende Abdrücke ohne Zustimmung zu löschen. Die Postfinance hatte jedoch Beschwerde eingelegt.

Das Bundesverwaltungsgericht hat nun entschieden, dass das Weitertelefonieren nach einem kurzen Hinweis der Hotline keine ausdrückliche Zustimmung zur Speicherung der Stimme darstellt. Die Postfinance verletze durch dieses Vorgehen die Persönlichkeitsrechte der Betroffenen. Die Tochtergesellschaft der Schweizerischen Post  muss deshalb nachträglich die Zustimmung der Kunden einholen – und andernfalls deren Stimmabdrücke löschen.

Erbprinz Alois stoppt Abtreibungsreform in Liechtenstein

wek. Der liechtensteinische Erbprinz Alois hat die Abtreibungsreform im Fürstentum gestoppt. Alois verweigere der vom Parlament beschlossenen Fristenlösung seine Zustimmung, teilte das Fürstenhaus am Dienstag (20. 10.) mit. Mit dem Entscheid bleibt das strenge Abtreibungsverbot bestehen und das vom Parlament angenommene Gesetz, welches Schwangerschaftsabbrüche bis zur zwölften Woche legalisiert hätte, kann nicht in Kraft treten.

Der Erbprinz sei überzeugt, dass eine solche Regelung dem Schutz des ungeborenen Lebens «als zentralem Rechtsgut» nicht gerecht werde, heisst es in der Mitteilung. Er wolle viel mehr die seit 2015 geltende Regelung mit gezielten Massnahmen weiterentwickeln.

In Liechtenstein dürfen Frauen für einen Schwangerschaftsabbruch seit 2015 straffrei ins Ausland fahren, im Fürstentum selbst ist ein Abbruch aber nur in wenigen Ausnahmefällen erlaubt. Zum Beispiel wenn Lebensgefahr für die Mutter besteht oder bei einer Schwangerschaft durch eine Vergewaltigung. Die Kosten für die Abbrüche werden ausserdem nicht von der Krankenkasse übernommen.

Tod eines Schweizers in Iran: Bundesanwaltschaft stellt Verfahren ein

inn. Die Bundesanwaltschaft hat das Strafverfahren rund um den Tod eines Schweizers in iranischer Haft eingestellt. Das teilte die Behörde am Dienstag (20. Oktober) mit. Der 64-Jährige war Ende 2024 unter Spionageverdacht in Iran festgenommen worden. Er starb am 9. Januar 2025 im Gefängnis von Semnan östlich von Teheran, offiziell durch Suizid.

Der Nachrichtendienst des Bundes (NDB) hatte zunächst Zweifel an der iranischen Version geäussert. Bei der Obduktion fanden die Schweizer Ermittler allerdings keine konkreten Hinweise auf ein Tötungsdelikt oder Fremdeinwirken. Tod durch Erhängen sei plausibel, hiess es. Allerdings hatten die iranischen Behörden die Leiche vor der Überstellung in die Schweiz einbalsamiert. Dies habe die rechtsmedizinische Beurteilung eingeschränkt, hiess es bei der Staatsanwaltschaft. Weitere Ermittlungen stellen die Behörden ein. Teheran kooperiere nicht.

Erdbeben mit Stärke 4.0 erschüttert Linthal GL

yas. In der Nacht auf Sonntag (18. 10.) ist es an der Grenze zwischen den Kantonen Glarus und Uri zu einem Erdbeben der Stärke 4.0 gekommen. Das meldet der Schweizerische Erdbebendienst an der ETH Zürich (SED). Das Institut hat kurz vor fünf Uhr morgens ungefähr sechs Kilometer westlich von Linthal ein Erdbeben registriert. Dieses Erdbeben dürfte in der ganzen Schweiz verspürt worden sein, schreibt das SED.

Insgesamt haben sich bei der ETH fast 300 Personen gemeldet, die das Erdbeben verspürt hatten. Grössere Schäden sind bislang nicht bekannt. Allerdings könne es bei einem Erdbeben dieser Stärke in der Nähe des Epizentrums vereinzelt zu Schäden gekommen sein, schreibt das SED.

Das Online-Magazin «Republik» wurde gehackt – Cyberkriminelle erbeuten Nutzerdaten

boh. Die «Republik» ist einem Hackerangriff zum Opfer gefallen. Dies vermeldete das Zürcher Online-Magazin am Mittwoch (15. 10.) in einer Medienmitteilung. Cyberkriminelle hätten eine Sicherheitslücke im Analyse-Tool des Magazins ausgenutzt, hiess es dort.

Die Hacker haben sich laut der Mitteilung Zugang zu allen Nutzerinnen der «Republik» verschafft. Das bedeutet: allen aktiven und ehemaligen Abonnenten sowie allen Personen, die nie ein Abo hatten, sondern lediglich einen Newsletter des Magazins abonnierten. Abgeflossen seien folgende Daten: E-Mail-Adresse, Name und – falls diese hinterlegt wurden – Telefonnummer, Geburtsjahr und Geschlecht.

Kreditkarteninformationen sind laut der Medienmitteilung nicht abgeflossen. Das grösste Risiko für die Betroffenen seien nun gefälschte Nachrichten oder Zahlungsaufforderungen, die betrügerisch im Namen der «Republik» abgeschickt würden. Zudem könnte es sein, dass entwendete Daten irgendwo im Internet auftauchten.

Stichproben­weise abgerufen haben die Angreifer zudem Daten aus allen anderen Bereichen der Datenbank der «Republik» – «also auch Post­adressen, Zahlungs­vermerke und Abos, Kommentare im Dialog, Abstimmungen und Wahlen bei unserer Genossenschaft, Antworten in Umfragen». Auch auf diese Daten­sätze hätten die Angreifer theoretisch vollen Zugriff gehabt. Es gibt laut der «Republik» aber keine Anzeichen, dass die Hacker ihn genutzt haben.

Zwei Monate lang konnten Unbekannte auf persönliche Daten aller Nutzer des Online-Magazins «Republik» zugreifen. Grund dafür war eine Schwachstelle im Analyseprogramm des Magazins.

St. Galler Ständerätin Esther Friedli kandidiert nicht für die Nachfolge von Guy Parmelin

mit. Die St. Galler Ständerätin Esther Friedli wird nicht an der Bundesratswahl kandidieren. Stattdessen will sie sich auf ihr Amt als Ständerätin konzentrieren. Das erklärte die SVP-Politikerin gegenüber «Toggenburg24».

Für die Nachfolge des scheidenden Bundespräsidenten Guy Parmelin stehe sie nicht zur Verfügung. «Es ehrt mich, dass man mich als Kandidatin in Betracht zieht. Doch ich kann mir nicht vorstellen, die Arbeit als Ständerätin bereits nach dreieinhalb Jahren wieder abzugeben», erklärte Friedli gegenüber dem Lokalportal.

So will Friedli in 2027 erneut für den Ständerat kandidieren. «Ich würde mich freuen, wenn ich nochmals gewählt werde und ich mich dann weiterhin mit all meiner Kraft und Vehemenz für St. Gallen einsetzen darf», sagte Friedli gegenüber «Toggenburg24».

Friedli war sie nach Parmelins Rücktrittsankündigung Anfang Oktober als mögliche Nachfolgerin gehandelt worden. Allerdings sitzt mit Karin Keller-Sutter bereits eine Vertreterin des Kantons St. Gallen im Bundesrat.

Nach knapp vier Jahren im Nationalrat war die gebürtige Bernerin Friedli nach dem Rücktritt des St. Galler Urgesteins Paul Rechsteiner im Frühjahr 2023 in den Ständerat gewählt worden.

Polizei sucht Brandstifter nach Feuer an Zugstrecke

(dpa) Nach einem Brand an einer Bahnstrecke in der Westschweiz sprechen die Behörden von einer vorsätzlichen Tat. Der Zugverkehr zwischen Lausanne und Yverdon-les-Bains wurde wegen des Vorfalls ausgesetzt, wie die Polizei des Kantons Waadt mitteilte.

Das Feuer brach laut den Angaben in der Nacht auf Freitag (9. 10.) bei Eclépens in der Nähe von Lausanne aus. Stromkabel für die Signalleuchten der Bahn brannten. Die Strecke wird nach Angaben der SBB noch mindestens bis Mitternacht gesperrt bleiben.

Nach ersten Untersuchungen vor Ort gehen Polizei und Staatsanwalt von vorsätzlicher Brandstiftung aus. Ermittlungen wurden eingeleitet, um die Brandursache festzustellen und den oder die Täter zu identifizieren.

Cyberangriff auf Softwarelieferant der Pensionskasse des Bundes – Daten abgeflossen

(boh) Ende September ist ein externer Softwarelieferant der Pensionskasse des Bundes Publica Opfer eines Cyberangriffs geworden. Dies gab die Bundesverwaltung am Donnerstag (9. 10.) bekannt. Laut der Medienmitteilung erstattete das Softwareunternehmen unmittelbar Strafanzeige. Die Bundesanwaltschaft habe Ermittlungen aufgenommen. Keine anderen Bundesstellen pflegten Geschäftsbeziehungen mit dem Unternehmen.

Gegenwärtig prüft das Unternehmen laut der Medienmitteilung gemeinsam mit verschiedenen Stellen des Bundes, in welchem Umfang Daten von Publica abgeflossen sind. Publica habe die versicherten Personen über den Datenabfluss informiert.

SRF und der «Tagesanzeiger» hatten Einsicht in eine Meldung, die Publica an ihre Versicherten geschickt hat. Laut dieser könnten sensitive Daten wie Name, Adresse, Telefonnummer, AHV-Nummer, Lohn oder Vorsorgeguthaben abgeflossen sein.

«Es ist nicht auszuschliessen, dass die Personendaten missbraucht werden, um sich einen Vorteil zu verschaffen», schreibt Publica laut den Medienportalen an die Versicherten und ruft zu Vorsicht bei ungewöhnlichen Anrufen oder Nachrichten auf.

Die SBB treiben den Abbau bedienter Schalter voran

ehj. Die SBB stellen im kommenden Jahr 13 bediente Verkaufsstellen auf Selbstbedienung um, wie der «Blick» unter Berufung auf die staatliche Bahngesellschaft berichtet. Der Abbau betrifft die Reisezentren in folgenden Gemeinden: Arbon (TG), Brunnen (SZ), Döttingen (AG), Frick (AG), Genève-Eaux-Vives (GE), Laufen (BL), Oensingen (SO), Rotkreuz (ZG), Schönbühl Shoppyland (BE), St. Margrethen (SG), Stein am Rhein (SH), Uznach (SG), Ziegelbrücke (GL).

Die SBB treiben den Abbau ihrer Reisezentren damit weiter voran. Seit 2016 haben sie rund ein Drittel der bedienten Verkaufsstellen geschlossen. Diese Entwicklung hängt damit zusammen, dass inzwischen 97 Prozent aller Billette über Selbstbedienung gekauft werden – 85 Prozent davon per App oder Website. Nur 3 Prozent der Billette werden somit an einem Schalter verkauft.

Weiterhin bestehen bleiben in der Schweiz vorerst 102 Reisezentren. Ganz abgeschafft würden die bedienten Schalter jedoch nicht, betont ein SBB-Sprecher gegenüber dem «Blick». Die persönliche Beratung bleibe ein wichtiger Bestandteil des Angebots.

Nationalrat Cédric Wermuth spricht nach der Anhörung vor der Immunitätskommission des Nationalrats zu den Medien.

Nationalrat Cédric Wermuth spricht nach der Anhörung vor der Immunitätskommission des Nationalrats zu den Medien.

Peter Schneider / Keystone

Gesuch zur Aufhebung der Immunität von SP-Co-Präsidenten Cédric Wermuth abgelehnt

lia. Die Immunitätskommission des Nationalrats hat ein Gesuch zur Aufhebung der Immunität des Nationalrats und SP-Co-Präsidenten Cédric Wermuth abgelehnt. Dies teilte die Kommission am Montag (5. 10.) mit.

Hintergrund des Gesuchs ist eine Strafanzeige eines Influencers, der in den Sozialen Netzwerken unter dem Pseudonym «Joung Gustav» auftritt. Die Person wirft Wermuth vor, sie in Beiträgen auf Instagram und Facebook mit der Neonazi-Szene in Verbindung gebracht und sich damit der üblen Nachrede und der Verleumdung schuldig gemacht zu haben. Ein Strafverfahren gegen Handlungen von Parlamentariern, die unmittelbar mit deren amtlicher Stellung und Tätigkeit verknüpft sind, ist nur möglich, wenn die zuständigen Kommissionen im Bundeshaus die Immunität aufheben.

Die nationalrätliche Kommission hat sich in diesem Fall einstimmig gegen eine Aufhebung der Immunität entschieden, da «das öffentliche Interesse an der ungehinderten Ausübung des parlamentarischen Mandats sowie der Schutz der Meinungsfreiheit der Ratsmitglieder in politischen Angelegenheiten von der Kommission» gewichtiger sei als das Interesse an einer strafrechtlichen Verfolgung. Der Entscheid der zuständigen Kommission des Ständerats erfolgt laut der Medienmitteilung wohl im ersten Quartal 2027.

Bundesrat empfiehlt ein Ja zur Erhöhung der Mehrwertsteuer für die 13. AHV-Rente

kew. Der Bundesrat empfiehlt, die Erhöhung der Mehrwertsteuer um 0,4 Prozentpunkte anzunehmen, wie er am Montag (5. 10.) mitgeteilt hat. Am 29. November stimmen die Stimmbürger über die Erhöhung der Mehrwertsteuer von 8,1 auf 8,5 Prozentpunkte ab. Mit diesem Schritt soll die 13. AHV-Rente zusätzlich finanziert werden.

Die 13. AHV-Rente, die im Dezember 2026 erstmals ausbezahlt wird, führt bei der AHV zu jährlichen Mehrkosten von zunächst über 4 Milliarden und ab 2035 über 5 Milliarden Franken. Aufgrund der Defizite schwinden die Reserven in der AHV.

Das Parlament hatte deshalb beschlossen, einen Teil der 13. AHV-Rente durch die Erhöhung der Mehrwertsteuer zu finanzieren. Auch der Bundesrat sieht dies als wichtigen Schritt, wie er in einer Mitteilung schreibt. Zudem handle es sich um eine ausgewogene Lösung, weil mit der Mehrwertsteuer alle Generationen zur Sicherung der AHV beitragen, die arbeitende Bevölkerung ebenso wie die Rentnerinnen und Rentner, die die 13. AHV-Rente erhalten. Bei einer Annahme könnte die Erhöhung der Mehrwertsteuer Anfang 2028 in Kraft treten.

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Source: Neue Zürcher Zeitung

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