Luzerns Verwaltung zieht um 1200 Arbeitsplätze für 2000 Kantonsangestellte? So funktioniert's

Luzern zieht rund 30 kantonale Dienststellen zusammen. Warum sich die Zentralisierung lohnt. Und wo ein Problem lauert.

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Worum geht's? Der Kanton Luzern hat sein neues Verwaltungsgebäude in Emmen eingeweiht. Im triangelförmigen Bau am Seetalplatz gehen künftig 2000 Kantonsangestellte ein und aus – rund 30 Dienststellen ziehen in die Agglomeration. Betroffen sind beispielsweise das Passbüro, die Dienststelle Landwirtschaft und Wald oder auch das Amt für Migration. Zuvor waren sie im ganzen Kanton verteilt. Die Regierung, die Stabstellen sowie das Kantonsparlament bleiben in der Stadt Luzern.

Legende: In Etappen werden die Mitarbeitenden zwischen Mitte November 2026 und Ende Februar 2027 ihren Arbeitsplatz in der kantonalen Verwaltung Seetalplatz beziehen. SRF

Warum ist das wichtig? Der Bau des neuen Verwaltungsgebäudes kostete knapp 192 Millionen Franken. Es ist – mit Blick auf die kantonalen Verwaltungen – schweizweit eines der grössten Zentralisierungsprojekte. «Man darf schon sagen: Es ist ein nationales Leuchtturmprojekt», sagt der Luzerner Finanzdirektor Reto Wyss. «Die Zentralisierung weckt auch bei anderen Kantonen Interesse.»

Lässt sich mit der Zentralisierung Geld sparen? Durchaus, sagt der Kanton Luzern. Er erhofft sich jährliche Einsparungen von neun Millionen Franken. Einerseits, weil ein Grossteil der Dienststellen zuvor eingemietet war und nun diese Mieten entfallen. Andererseits auch, weil die Zusammenarbeit der Dienststellen vereinfacht wird, also beispielsweise Fahrtwege entfallen. Auch diverse Empfangsstellen fallen weg.

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  • Bild 1 von 3. Der Bau kombiniert 4000 Quadratmeter Holz aus Luzerner Wäldern mit Stahlbeton. Bildquelle: SRF.

  • Bild 2 von 3. Photovoltaik auf dem Dach sowie die Versorgung durch Grundwasser und industrielle Abwärme sorgen für eine nachhaltige Energieversorgung. Bildquelle: SRF.

  • Bild 3 von 3. Blick in den Innenhof des 192-Millionen-Franken-Baus. Bildquelle: SRF.

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Was bedeutet der Umzug für die Angestellten? Rund 2000 Verwaltungsmitarbeitende arbeiten künftig von Emmen aus. In einem Bau, der in vielen Fragen neu gedacht wurde. So teilen sich die 2000 Angestellten rund 1200 Arbeitsplätze – möglich machen es Teilzeitarbeit und Homeoffice. Auch gibt es im ganzen Gebäude gerade mal 66 Parkplätze für Betriebs- und Einsatzfahrzeuge. Das gibt zu reden.

Weshalb bewegt die Zahl der Parkplätze? Emmer Bürgerinnen und Bürger befürchten, dass ihnen Kantonsangestellte den Parkplatz wegschnappen könnten. Der Emmer Gemeinderat will daher die Parkgebühren erhöhen, auch die Jahresparkkarte wird teurer, vor allem für Auswärtige. Keine Parkplätze für Privatautos – dazu sagt der Luzerner Finanzdirektor Reto Wyss: «Das ist ein bewusster Entscheid.» Bereits heute seien bei vielen Dienststellen keine Parkplätze vorhanden. Zudem sei der Seetalplatz per Bus und Bahn gut erschlossen. «Wir wollten einen Beitrag zur Förderung des öffentlichen Verkehrs leisten.»

Wie machen es andere Kantone? Luzern ist nicht der einzige Kanton, der die Verwaltung zentralisiert. Schwyz plant im Gebiet Kaltbach für rund 140 Millionen Franken ein neues Verwaltungs- und Sicherheitszentrum. Der Neubau ermöglicht es, «etwa zwölf bisherige Verwaltungsstandorte im Talkessel von Schwyz, darunter zahlreiche Mietverhältnisse, aufzuheben», schreibt der Kanton auf seiner Webseite. Dies erlaube «eine effizientere Verwaltungsführung» und senke langfristig die Kosten. Auch der Kanton Basel-Landschaft plant auf dem Areal Kreuzboden in Liestal einen Neubau, um dort einen Teil der Verwaltung unterzubringen.

Regionaljournal Zentralschweiz, 29.10.2026, 17:30 Uhr ;  fise;aegw;rama

Source: SRF · 29.10.2026, 20:34

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