Kanton Zürich beendet Förderprogramm für Ladestationen frühzeitig – weil die Nachfrage so gross war

Mit 50 Millionen Franken hat der Kanton 114 000 Ladestationen mitfinanziert. Ausgerechnet bei den Grünen hatte es Widerstand gegen die Beiträge gegeben.

28.10.2026, 17.41 Uhr

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Mehr Ladestationen für Elektroautos soll das Umsteigen vom regulären Auto auf eines mit elektrischem Antrieb zu fördern.

Mehr Ladestationen für Elektroautos soll das Umsteigen vom regulären Auto auf eines mit elektrischem Antrieb zu fördern.

Jan Tepass / Imago

Vor dreieinhalb Jahren hat der Kanton Zürich ein Förderprogramm zum Bau von Ladestationen für elektrisch betriebene Autos gesprochen. Jetzt, zwei Monate vor dem offiziellen Ende des Programms, sind die 50 Millionen Franken aus dem Fördertopf aufgebraucht. Wie die Baudirektion und die Volkswirtschaftsdirektion des Kantons Zürich am Mittwoch mitteilten, können fortan keine neuen Gesuche mehr eingereicht werden.

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Bereits eingereichte und vollständige Gesuche würden noch bearbeitet, heisst es weiter. Ebenso würden bereits zugesicherte Fördergelder ausbezahlt, sofern die Anlagen innerhalb der vorgegebenen Frist umgesetzt und die erforderlichen Nachweise eingereicht würden.

Die Kantonsregierung freut sich über die grosse Nachfrage nach den Fördergeldern. Der Verkehr verursache rund 40 Prozent der Treibhausgase im Kanton Zürich, lässt sich Regierungsrat und Baudirektor Martin Neukom (Grüne) zitieren. «Dank Elektrofahrzeugen haben wir die Technologie, um die Emissionen zu senken.» Das grosse Interesse an den Fördergeldern sei erfreulich und wichtig für den Klimaschutz. Auch Volkswirtschaftsdirektorin Carmen Walker Späh (FDP) zieht eine positive Bilanz. Der Kanton habe mit dem Förderprogramm einen wichtigen Impuls gegeben. «Die Ladeinfrastruktur ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass mehr Menschen auf ein Elektroauto umsteigen.»

Seit dem Start des Förderprogramms im April 2023 seien über 8000 Gesuche eingegangen, schreibt der Kanton. Das Gros der gesprochenen Gelder sei genutzt worden, um Parkplätze bei Ein- und Mehrfamilienhäusern mit einer Basisinfrastruktur auszurüsten, an die später einzelne Ladestationen angeschlossen werden könnten. Zudem hätten knapp 200 Unternehmen Unterstützungsbeiträge erhalten. Insgesamt wurden über 114 000 Parkplätze für E-Autos ausgerüstet.

Gemessen an der Bevölkerungszahl seien in den Bezirken Uster und Meilen die meisten Fördergelder beantragt worden. Es folgen die Bezirke Affoltern, Hinwil und Bülach.

Das Ende des Förderprogramms bedeutet nicht das Ende des kantonalen Engagements für die E-Mobilität. So führt der Kanton beispielsweise die Massnahme «Laden im Quartier» vorderhand fort. Damit unterstütze er Gemeinden dabei, auf öffentlichem Boden Ladestationen zur Verfügung zu stellen. Damit sollten auch Personen ohne eigenen Parkplatz ihr Elektrofahrzeug laden können.

Vor Beginn des Förderprogramms verfügten etwa 11 000 Parkplätze im Kanton Zürich über eine Ladestation. Das entspricht gut zwei Prozent der insgesamt rund 500 000 Parkplätze. Obwohl das Förderprogramm also einen zählbaren Effekt hatte, war die Förderung von klimafreundlicher Mobilität im Kantonsrat stark umstritten. Insbesondere Vertreterinnen und Vertreter der SVP hatten sich dagegen ausgesprochen. Sie stiessen sich daran, dass das Geld für die Förderbeiträge aus dem Strassenfonds stammte – einer Kasse also, in die Fahrer von Elektroautos nicht einzahlen müssen.

Das dürfte sich in den nächsten Jahren ändern, wenn auch weniger schnell als vom Bundesrat geplant. Dieser würde gerne ab 2030 eine Steuer für Elektroautos einführen. Das Vorhaben stösst allerdings auf Widerstand aus der Politik und vonseiten verschiedener Interessenverbände. Der Bund prüft deshalb, ob die Einführung der Abgabe verschoben oder in Etappen umgesetzt werden soll.

Auch eine Mehrheit der Grünen-Fraktion, Neukoms eigener Partei, hatte sich gegen die Beiträge an Ladestationen ausgesprochen. Es sei nicht Aufgabe des Staates, Ladeinfrastruktur im öffentlichen Raum zur Verfügung zu stellen. Wenn, dann solle der Kanton die Installation von Ladestationen bei Mehrfamilienhäusern fördern.

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Source: Neue Zürcher Zeitung · Francesca Prader

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