Früher versteckte sich Kimi Antonelli im Reifenstapel. Noch immer steckt im Youngster aus Bologna der jugendliche Leichtsinn.

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Lange bevor Kimi Antonelli in der Formel 1 unübersehbar wurde, musste er erst einmal unsichtbar sein. Sieben Jahre war er alt, da versteckte er sich als blinder Passagier in einem Reifenstapel, um ins Fahrerlager beim GP von Deutschland in Hockenheim zu gelangen. Sein Vater Marco – damals im Porsche Supercup aktiv – schob ihn auf einem Transportwagen, zusätzlich getarnt mit einem Regenschirm, durch die Einlasskontrolle.

In der Garage geboren, im Paddock der Spassvogel

Der kleine Knirps aus Bologna bestaunte die faszinierende Welt, die Jahre später zu seiner eigenen werden sollte. Antonelli sei in der Garage geboren, sagt Papa Marco: «Kimi war schon mit 15 Tagen in der Garage und hörte den Motor und roch die Abgase.»

Die Formel 1 erfrischt Antonelli heute abseits der Strecke mit seiner jugendlichen Unbekümmertheit. Im Fahrerlager denkt sich das lockige 1,73 Meter grosse Schlitzohr im Surferlook ständig Streiche aus. Zum Geburtstag überlistet er etwa Renningenieur Peter Bonnington und schmiert ihm Schlagsahne ins Gesicht. Mal «schiesst» er mit Wasserpistolen, mal mischt er Chilisauce ins Getränk von Bonnington.

Fünf Tage nach 18. Geburtstag in der Formel 1

Im Kartbereich sowie den Formel-Nachwuchsklassen wird sein grosses Können, seine Geschwindigkeit schnell bemerkt. Früh gilt Antonelli als Wunderkind. Fünf Tage nach seinem 18. Geburtstag fährt Antonelli erstmals in der Formel 1 – und zwar auf Anhieb spektakulär. Im freien Training von Monza bringt er seinen Mercedes voll ans Limit. Schon auf seiner zweiten schnellen Runde durchfährt er die Ascari-Schikane mit 190 km/h deutlich schneller als die gesamte Weltelite (Verstappen: 176 km/h, Hamilton: 177 km/h). Doch wenig später fliegt er in der berühmten Parabolica-Kurve ab und landet heftig im Reifenstapel.

Legende: Superstar im Surfer-Look Kimi Antonelli. imago images/De Fodi Images

Mercedes-Teamchef Toto Wolff war das egal. Vom Talent des kleinen Lockenkopfs war er längst überzeugt. Nur einen Tag später verkündet Mercedes, dass Antonelli die Nachfolge von Rekordweltmeister Lewis Hamilton antritt. In seiner Debütsaison 2025 zahlt Antonelli nach einem starken Auftakt durchaus Lehrgeld. In Monza crasht er erneut. In Spa-Francorchamps versichert er mit feuchten Augen: «Ich bin okay.» Alles andere scheint nach enttäuschenden Ergebnissen der Fall. Später erklärt er: «Ich habe mich von dem Druck quasi zerstören lassen.»

Psychologe und gutes Auto helfen

Mit einem Sportpsychologen, mehr Erfahrung und einem titelreifen Auto entwickelt sich Antonelli 2026 zum Dominator. Seine Unbekümmertheit verliert er dabei nicht. In Malaysia filmt er sich auf den Rutschen eines Wasserparks, in Austin/USA lacht er sich über seinen «Unfall» kaputt, nachdem er einen Strassenwagen von Mercedes in einen Holzzaun setzte, weil er versehentlich im Rückwärtsgang war. Der 20 Jahre alte Antonelli ist eben ein Lausbub – wie damals im Reifenstapel.

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SRF zwei, 01.11.2026, 20:20 Uhr ;  agenturen/SRF

Source: SRF · 01.11.2026, 23:47

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