Jérôme Kym gewinnt bei den Swiss Indoors gegen die Weltnummer 4
Der Aargauer ist nur dank einer Wildcard am Turnier dabei. Nun steht er überraschend im Viertelfinal.
30.10.2026, 07.34 Uhr
2 Leseminuten
Jérôme Kym steht nach seinem Sieg gegen Ben Shelton im Viertelfinal der Swiss Indoors.
Pascal Von Büren / Imago
(sda) Jérôme Kym gelingt an den Swiss Indoors in Basel gegen den topgesetzten Ben Shelton ein Wahnsinns-Exploit. «Surreal» fühle sich das an, staunt der 23-jährige Aargauer aus dem Fricktal.
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Die Nummer 222 der Welt, die nur dank einer Wildcard dabei ist, bezwingt in einem Krimi mit unglaublichen Wendungen und nach halb 1 Uhr am Morgen den Weltranglisten-Vierten und US-Open-Finalisten im Tiebreak des dritten Satzes. «Ich weiss ehrlich gesagt nicht, wie ich das bei 5:6 überlebt habe», wundert sich Jérôme Kym nach dem 6:3-6:7-7:6-Sieg gegen Ben Shelton.
Der Schweizer hatte alle Trümpfe in der Hand, führte im Entscheidungssatz bereits mit Doppel-Break 5:2 und hatte bis zu dem Zeitpunkt noch kein einziges Mal seinen Aufschlag abgegeben. Doch da versagten ihm auf einmal die Nerven. Kym wendete das Blatt aber noch einmal, nachdem er vom 5:2 zum 5:6 vier Games in Folge verloren hatte.
«Das Joggeli bebt»
«Ich weiss immer noch nicht, was ich sagen soll», meint der Fricktaler kurz nach dem Spiel fast entschuldigend. «Punkt für Punkt spielen», sagt er und zieht eine Tennis-Binsenwahrheit als Erklärung heran. Im Tie-Break habe er zu sich gesagt: «Bei jedem Punkt, den du gewinnst, schreist du laut, machst die Faust und zeigst ihm, dass du unbedingt gewinnen willst.»
Dass es am Ende geklappt hat, überrascht ihn selber. «Es fühlt sich surreal an. Aber ich habe wirklich daran geglaubt, dass ich ihn schlagen kann.» Getragen von einer trotz der späten Stunde und nicht mehr vollen Rängen elektrisierenden Stimmung, wuchs Kym über sich hinaus. «Es war mega», schwärmt der Fast-Basler. «Das Joggeli bebt, wenn es voll ist, das ist immer extrem hier.»
«Das US Open war auch nicht schlecht
Ob dies sein grösster Erfolg ist, gegen die Weltnummer 4 und beim Heimturnier? Kym zögert einen Moment. «Das US Open war auch nicht schlecht», wendet er ein. Dort erreichte er im letzten Jahr als Qualifikant die dritte Runde und bezwang auf dem Weg mit Brandon Nakashima die Nummer 31 der Welt – bis am frühen Freitagmorgen der bestklassierte Spieler in seinem Palmarès. «Aber wahrscheinlich schon», findet er schliesslich. Um gleich hinterherzuschieben: «Aber morgen geht es weiter.» Genaugenommen geht es am gleichen Tag weiter. Im letzten Viertelfinal – seinem ersten auf der ATP Tour – trifft Kym am Freitagabend auf den Wawrinka-Bezwinger Jiri Lehecka aus Tschechien.
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Source: Neue Zürcher Zeitung
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