Harry Kane trägt eine millionenschwere Rolex und geniesst sein Goldschnitzel – willkommen beim Ballon d’Or

Die Gala in London zur Auszeichnung des besten Fussballers wird zum Wettbewerb der Statussymbole.

01.11.2026, 05.30 Uhr

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Unbelievable! Harry Kane gewinnt den goldenen Ball.

Unbelievable! Harry Kane gewinnt den goldenen Ball.

Étienne Garnier / Presse Sports / Imago

Vorbei die Zeiten, als Fussballer wie verkleidete Türsteher aussahen und Fussballerinnen wie verschreckte Schaufensterpuppen. Heute macht die Verleihung des Ballon d’Or, des höchsten Einzelpreises im Fussball, den Oscars Konkurrenz. Über die Galakleider von Kylian Mbappé bis Khadija Shaw wurde so intensiv diskutiert wie über jene von Timothée Chalamet und Nicole Kidman, die Gesten und Blicke der Konkurrenten so präzis analysiert wie jene der Hollywood-Granden. Und natürlich galt die Aufmerksamkeit auch den Accessoires der Stars.

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Wobei das Wort Accessoire dem, was Harry Kane am Handgelenk trug, nicht im Entferntesten gerecht wird. Es handelte sich um eine Daytona White Gold Blue Sapphire von Rolex. Wem das nichts sagt: Das Modell ist aus 18-karätigem Weissgold und mit 36 Saphiren besetzt. Es ist ein sogenanntes «Off-catalog»-Modell, was heisst, dass es für normale Menschen unmöglich ist, eines der limitierten Exemplare zu erwerben. Scheitern dürfte die Akquisition aber vorab am Preis: Ausgeschrieben ist die Uhr auf dem Zweitmarkt für gut eine Million Franken. Auch die Tennislegende Roger Federer wurde 2025 mit dem Schweizer Edelteil gesehen.

Harry Kane hat also nicht nur die Trophäe als bester Fussballer gewonnen, sondern auch den Wettbewerb um das kostspieligste Statussymbol. Die Hublot Classic Fusion des zweitplatzierten Kylian Mbappé ist für läppische 22 000 Franken zu haben. Lamine Yamal, der Dritte, trug immerhin eine Richard Mille 67-01 Rose Gold mit rosa Armband für gut 220 000 Franken. Die Blume, die sein Revers schmückte, hat nicht sein kleiner Bruder Keyne im Kindergarten gebastelt, sie ist von Chanel. Kostenpunkt: 2000 Franken.

Für Harry Kane ging es sogleich standesgemäss weiter. Als er nach München zurückkehrte, wo er spielt, wartete eine weitere Überraschung: vier goldene Schnitzel, konkret Wiener Schnitzel mit essbaren Blattgoldflocken und glitzerndem Goldspray. Der Betreiber des Waldgasthofs Buchenhain bei München hatte sie zu Kanes Villa geschickt.

Das Schnitzel hat Tradition. Der Wirt spendet dem Stürmer seit rund zwei Jahren unter dem Motto «ein Schuss, ein Tor, ein Schnitzel» für jeden Treffer ein paniertes Fleischstück. Wenn Kane nun den Ballon d’Or gewinne, so das Versprechen des Restaurateurs, werde dieses vergoldet. Wie das Schnitzel schmeckt, können auch all jene ausprobieren, die kein Goldfüsschen haben. Das Torjägerschnitzel «Gold Edition» steht für kurze Zeit auf der Karte der Gaststätte. Zu haben ist es für 31 Euro 90 – ein Dumpingpreis im Vergleich zu Franck Ribérys Goldsteak in Dubai, das den Franzosen 1200 Euro und viele Sympathien gekostet hatte.

Auch beim Essen nach der Gala kann der Kronprinz Lamine Yamal noch nicht mit Harry Kane mithalten. Der Neunzehnjährige bestellte für sich und seine Freundin Inés García altersgerechten Food ins Hotel. Viermal die Neunerpackung Chicken McNuggets, dreimal Chicken McWings, einmal McCrispy (mit extra Ketchup) und Pommes frites, alles von McDonald’s. Danke für diesen Funken Normalität.

Ein Artikel aus der «NZZ am Sonntag»

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Source: Neue Zürcher Zeitung · Christine Steffen

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