Der Schock nach dem Tod von Teneriffa-Stürmer Jesus de Miguel sitzt tief. Während Gedenkfeiern vorbereitet werden, erlebt auch der am Unfall beteiligte Goalie schwierige Tage.

Legende: Blumen und Kerzen für De Miguel Das Stadion Heliodoro Rodriguez Lopez wurde in den letzten Tagen zur Gedenkstätte. Keystone/Ramon de la Rocha

Der tragischen Tod des spanischen Profis Jesus de Miguel hat die Fussball-Welt in Aufruhr versetzt. Vor den Champions-League-Spielen wurden Schweigeminuten abgehalten. Zahlreiche Exponenten des Weltfussballs äusserten sich zum verhängnisvollen Zusammenstoss am Montag während der Zweitliga-Partie zwischen Teneriffa und Andorra. TV-Experte Thierry Henry legte den Fokus auf das rücksichtslose Einsteigen von Keeper Jesus Owono.

Goalie-Legende Gianluigi Buffon mahnte daran, dass Schlussmänner unter besonderem Druck stünden und Owono einen solchen Ausgang nie beabsichtigt hätte. Auch Stars wie Cristiano Ronaldo, Lionel Messi und Spaniens Tennis-Ikone Rafael Nadal bekundeten in den sozialen Medien ihre Anteilnahme.

Owono nicht im Aufgebot von Äquatorialguinea

Andorra-Besitzer Gerard Piqué sicherte dem 25-jährigen Owono seinen ganzen Support zu. Am Donnerstag wurde Owono aus dem Kader Äquatorialguineas für die Qualifikationsspiele zum Afrika-Cup in diesem Monat gestrichen. Das für Sonntag geplante Heimspiel von Andorra gegen Mallorca wurde ebenso verlegt wie die Partie zwischen Granada und Teneriffa.

Owono musste aufgrund von teilweise rassistischen Anfeindungen seine Accounts in den Sozialen Medien schliessen. Am Mittwoch äusserte er sich mit bewegenden Worten erstmals öffentlich. «Das sind die schwersten Tage meines Lebens», erklärte der 25-Jährige in einer Mitteilung seines Vereins FC Andorra. «Es fällt mir schwer, Worte zu finden, und es ist für mich sehr schwierig, das Geschehene überhaupt zu begreifen.» Seine Gedanken seien bei de Miguel, dessen Familie und allen Menschen, die ihn geliebt hätten. Er sei sich darüber im Klaren, dass es noch viele Fragen zu klären gebe.

Ermittlungen gegen Owono

Gegen Owono nahm die Mordkommission der spanischen Polizei Ermittlungen auf, der Nachrichtenagentur AP zufolge wegen möglichen fahrlässigen Totschlags. Laut spanischen Medien geht aber Teneriffas Oberstaatsanwalt Joss Luis Sanchez-Jauregui davon aus, dass ein Strafverfahren wegen des Spielgeschehens sehr unwahrscheinlich ist. Abzuwarten bleibt, ob de Miguels Familie eine Anzeige erstattet und zivilrechtlich klagt. Owono droht aber auf jeden Fall eine lange Sperre durch den spanischen Fussballverband RFEF.

Beerdigung in De Miguels Heimatgemeinde

De Miguel, dessen Leichnam bereits auf das spanische Festland überführt worden ist, wird am Donnerstag beerdigt. Die Beisetzung findet auf Wunsch der Familie in Navahermosa, der Heimatgemeinde der Familie in der Provinz Toledo, statt.

Im kleinen Ort knapp 130 Kilometer südwestlich von Madrid werden auch seine Teamkollegen, der Trainerstab und die Clubführung des Zweitligisten CD Teneriffa von ihm Abschied nehmen. De Miguels Familie bedankte sich für die vielen Beileidsbekundungen, bat aber laut dem Klub «von Herzen darum, ihre Privatsphäre in dieser schrecklichen Zeit uneingeschränkt zu respektieren».

Gedenkfeier am Samstag im Stadion geplant

Am Samstag will sich Teneriffa im heimischen Heliodoro-Rodriguez-Lopez-Stadion mit einer Gedenkfeier von De Miguel, der seine Partnerin Maria und die im Juni 2025 geborene Tochter Carla hinterlässt, verabschieden. Zu der Messe sind ab 18:00 Uhr alle Anhänger des Vereins eingeladen. Die Insel Teneriffa rief eine sechstägige Trauerzeit aus und stellte alle Aktivitäten seiner Männer-, Frauen- und Jugendteams für die kommenden Tage ein.

Am Dienstag hatten sich Hunderte Fans vor der Klinik zusammengefunden, Kerzen angezündet und Blumen niedergelegt. Die Spieler versammelten sich mit Fans vor dem Stadiontor 9, der Rückennummer des Verstorbenen, um zu trauern.

Auf Teneriffa war De Miguel Stütze des Teams und Liebling der Fans. De Miguel hatte sich seinen Weg in den Profifussball über mehrere unterklassige spanische Vereine erarbeitet. Im Sommer 2025 wechselte er nach Teneriffa. Mit elf Toren trug er massgeblich zum Zweitliga-Aufstieg bei.

Source: SRF · 05.11.2026, 10:55

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