Folgen des Hitzesommers Räbeliechtli: Teurere Räben wegen Wassermangel und Schädlingen

Die Hitze im vergangenen Sommer hat direkte Auswirkungen auf den Räbeliechtli-Umzug. Ein Bauer berichtet von den Herausforderungen beim Räbenanbau.

06.11.2026, 18:42

Einer der grössten Rübenbauern der Schweiz ist Ueli Schmid aus Tagelswangen. Jedes Jahr baut Ueli Schmid über 10'000 Räben an. Doch die diesjährige Ernte war besonders anspruchsvoll. Wassermangel und ein stärkerer Befall durch Schädlinge machten ihm zu schaffen.

Weniger Wasser, höherer Preis

Je heisser der Sommer, desto mehr Wasser braucht der Acker. Das war diesen Sommer für viele Bauern spürbar. Bei Räben ist besonders die Zeit direkt nach der Aussaat der Räbensamen kritisch: «Die Räbensamen sind sehr fein. Damit sie keimen, brauchen sie jeden Tag Wasser. Sonst vertrocknen sie», erklärt Ueli Schmid.

Legende: Erdflöhe oder auch Kohlflohkäfer profitieren von Hitze und Trockenheit. Imago/Imagebroker

Zum Glück seien die Felder nicht allzu weit weg vom Hof. Eigentlich gibt es in der Umgebung der Felder keine zusätzlichen Wasserquellen. Gerettet hat die Ernte das Wasser, das eigentlich für die Feuerwehr gebraucht wird: das Hydranten-Wasser neben dem Hof.

«Ohne das Wasser vom Hydranten wäre es schwierig geworden. Wir haben sonst kein Gewässer in der Nähe», sagt Schmid. Dabei gibt es nur einen Haken: «Das Hydranten-Wasser ist um einiges teurer», erklärt er. Deshalb müssten sie für Räben dieses Jahr einen etwas höheren Preis verrechnen.

Mehr Insekten, mehr Beulen

Aber nicht nur die Dürre war ein Problem diesen Sommer. Der Räben-Bauer hatte auch mehr Arbeit auf dem Feld, weil sich gewisse Insekten stärker ausgebreitet haben. Etwa Erdflöhe. Diese vermehren sich besonders in trockenen und warmen Böden. Besonders heisse Sommer führen deshalb zu mehr Schäden an den Räben.

Wenn ich einen Umzug sehe und die Kinder mit den leuchtenden Augen, freut mich das. Das ist wirklich eine schöne Tradition.

Neben den Erdflöhen haben auch mehr Würmer und Wanzen Räben angefressen. Räben mit Wurmgängen seien nicht gefragt und müssten weggeschmissen oder untergepflügt werden, erklärt Schmid. Die Wanzenbisse seien hingegen weniger schlimm: «Das stört zwar nicht, sieht aber etwas komisch aus. Wanzenstiche hat man seit den letzten Jahren immer mehr. Wanzen stechen dabei in die Räbe, wenn sie noch klein ist. Das verwächst und es bleibt eine Beule zurück.»

Der Räbeliechtliumzug als Belohnung

Die Produktion von Räben habe sich allgemein verändert. Solange die betroffenen Stellen der Räben nicht zu faulen beginnen, sollten sie aber kein Problem sein für den Räbeliechtliumzug, sagt Ueli Schmid. Denn schnitzen kann man die Räben trotzdem. Mittlerweile sind die Gemüseabteilungen der Läden mit Räben bestückt und bereit für zahlreiche Räbeliechtliumzüge.

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  • Bild 1 von 2. Ab Anfang November gibt es in zahlreichen Gemeinden der Schweiz Räbeliechtliumzüge. Ein offizielles Startdatum gibt es keines. Bildquelle: Keynote / Gateon Bally.

  • Bild 2 von 2. Schnitzen kann man Räben trotz Insektenbefall. Bildquelle: Keynote / Gateon Bally.

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Ueli Schmid freut sich jedes Jahr auf diesen Moment. Denn für ihn sind die Räbeliechtliumzüge der schönste Lohn für seine Arbeit. «Wenn ich einen Umzug sehe und die Kinder mit den leuchtenden Augen, dann freut mich das. Oft laufen auch Eltern mit, die früher selbst Räbenliechtli getragen haben. Dann denke ich mir: Das ist wirklich eine sehr schöne Tradition.»

Source: SRF · Nuria Tinnermann

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