Nach zwölf Jahren im Amt verzichtet die Zürcher Wirtschaftspolitikerin auf eine erneute Kandidatur. Sie übernimmt neue Aufgaben – unter anderem im Bergell.
23.10.2026, 09.00 Uhr
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Regine Sauter will Platz machen für die nächste Politikergeneration.
Keystone
Die Zürcher FDP-Nationalrätin Regine Sauter zieht sich aus der Politik zurück. Bei den eidgenössischen Wahlen im Herbst 2027 will sie nicht mehr antreten. In einem persönlichen Schreiben teilt Sauter mit, sie sei «nach reiflicher Überlegung» zu diesem Schluss gekommen.
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Zwölf Jahre lang habe sie im Nationalrat die Rahmenbedingungen des Landes mitbestimmen dürfen, «mit grossem Respekt und viel Freude» – und stets als Privileg. Nun wolle sie Platz machen für die nächste Politikergeneration.
Ab nächstem Jahr will sich Sauter neuen Projekten widmen, unter anderem übernimmt sie im Frühling das Präsidium der Stiftung Garbald. Diese setzt sich für den Erhalt der Villa Garbald im Bergell ein, dem einzigen Bauwerk von Gottfried Semper südlich der Alpen. Die Stiftung unterhält dort ein Zentrum für wissenschaftliche und kulturelle Begegnungen.
Die Villa Garbald in Castasegna hat der Architekt Gottfried Semper zwischen 1862 und 1864 erbaut.
Arno Balzarini / Keystone
Bis zum Ende ihrer Amtszeit will sich Sauter nach eigenen Angaben «mit voller Energie» für einen positiven Abschluss der Bilateralen III und für die Reform der AHV einsetzen. Als Präsidentin der nationalrätlichen Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit wolle sie zudem möglichst viele hängige Geschäfte noch in dieser Legislatur abschliessen.
Als Bundesrätin gehandelt, als Ständeratskandidatin gescheitert
Regine Sauter blickt auf eine lange politische Karriere zurück. Sie begann im Zürcher Kantonsrat, dem sie von 2004 bis 2015 angehörte. Im Herbst 2015 wählten die Zürcher Stimmberechtigten sie in den Nationalrat.
Geboren wurde Sauter 1966 in Schaffhausen, aufgewachsen ist sie in Flurlingen. Sie studierte Staatswissenschaften an der Universität St. Gallen und promovierte 1995 mit einer Arbeit zum Datenschutz. Von 2012 an leitete sie die Zürcher Handelskammer als Direktorin, ein Amt, das sie Ende 2023 abgab. Seit 2023 präsidiert sie den Spitalverband H+.
Einst war sie gar als Bundesratskandidatin im Gespräch: Als sich 2018 Johann Schneider-Ammann aus der Landesregierung zurückzog, wurde auch Sauter gehandelt. Sie verzichtete jedoch und empfahl aktiv Karin Keller-Sutter, die dann gewählt wurde.
Den grössten Rückschlag ihrer Karriere erlebte Sauter 2023. Nach dem Rücktritt von Ruedi Noser schickte die FDP sie ins Rennen um den frei werdenden Zürcher Ständeratssitz. Im ersten Wahlgang landete sie mit rund 120 000 Stimmen auf Rang drei, hinter Daniel Jositsch (damals SP), der gewählt wurde, und Gregor Rutz (SVP). Für den zweiten Wahlgang zog sie sich zurück. Den Sitz holte dann die GLP-Nationalrätin Tiana Moser. Damit ging eine rund vierzigjährige Ära des Zürcher Freisinns im Ständerat zu Ende.
Sauter selbst wurde im Nationalrat wiedergewählt. Dort wurde sie gehört – als starke Stimme der Wirtschaft, als Fürsprecherin einer offenen Aussenpolitik und liberalen Wirtschaftsordnung.
Veränderungen in der Zürcher FDP-Delegation
Mit Sauters Rückzug zeichnet sich eine Grunderneuerung der fünfköpfigen Zürcher FDP-Delegation im Nationalrat ab. Zuvor hatte schon der langjährige Nationalrat Hans-Peter Portmann angekündigt, im kommenden Jahr nicht erneut antreten zu wollen.
Falls Andri Silberschmidt im Frühjahr in den Zürcher Regierungsrat gewählt werden sollte, gäbe es eine weitere Vakanz. Die übrigen bisherigen Nationalräte sind Beat Walti und Bettina Balmer.
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Source: Neue Zürcher Zeitung · Daniel Fritzsche
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