Wegen Bombendrohungen sind mehrere Passagierflugzeuge in Europa umgeleitet und teils eskortiert worden.
Teilen
Aer Lingus: Ein Linienflug von Dublin nach Rom wurde wegen einer Bombendrohung umgeleitet. Laut der Nachrichtenagentur AP handelte es sich bei der Maschine um einen Airbus A320. Das Flugzeug änderte kurz vor Paris seinen Kurs und landete auf dem Militärflugplatz Évreux. An Bord befanden sich 151 Fluggäste und sechs Besatzungsmitglieder, die das Flugzeug unversehrt verlassen konnten. Militärische Entschärfungsteams übernahmen umgehend die Sicherheitsüberprüfung. Das Büro des französischen Premierministers Sébastien Lecornu überwachte die Lage nach eigenen Angaben in Echtzeit.
Finnair: Auch ein Passagierflug der finnischen Airline Finnair von Helsinki nach Rom war Ziel einer Bombendrohung. Die Maschine wurde beim Landeanflug von Kampfjets der italienischen Luftwaffe abgefangen und bis zur regulären Landung in Rom-Fiumicino begleitet. Wie die Fluggesellschaft und Behörden mitteilten, konnte das Flugzeug planmässig und sicher aufsetzen.
LOT: Ein Flugzeug der polnischen Fluggesellschaft musste ebenfalls ausweichen: Nach Angaben belgischer Medien landete der Jet unplanmässig auf dem Flughafen Brüssel-Zaventem, wo Sicherheitskräfte den Vorfall untersuchten – verdächtige Gegenstände wurden nicht gefunden. Bereits zwei Tage zuvor hatte eine LOT-Maschine auf dem Weg von London nach Warschau mit 181 Menschen an Bord wegen einer Bombendrohung ausserplanmässig auf den kleineren Flughafen Warschau-Modlin ausweichen müssen.
Wizz Air: Die ungarische Fluggesellschaft bestätigte, dass Flug W4 6387 von Mailand-Malpensa nach Warschau infolge einer Bombendrohung während des Fluges ausserplanmässig nach Wien umgeleitet werden musste. Die Entscheidung sei nach den vorgeschriebenen Sicherheitsprotokollen erfolgt, um den Schutz aller Insassen zu gewährleisten. Die Airline betonte, eng mit den Behörden bei den Sicherheitsüberprüfungen zu kooperieren.
Bulgarien: In Bulgarien mussten am Donnerstag gleich drei Passagierflugzeuge nach anonymen Bombendrohungen unplanmässig landen. Nach Angaben lokaler Medien und des Innenministeriums handelte es sich um Flüge aus Kopenhagen und Madrid, die in Sofia aufsetzten, sowie um eine Maschine aus London, die ins südliche Plowdiw auswich. Auch hier wurden umfassende Kontrollen eingeleitet.
Reihe von Fehlalarmen: Die Vorfälle vom Donnerstag markieren die Fortsetzung einer beispiellosen Serie von Falschmeldungen in dieser Woche. Bereits in den Vortagen waren Flüge von Fluggesellschaften wie Ryanair, SAS, Wizz Air, LOT und Austrian Airlines von Notlandungen und Evakuierungen betroffen, unter anderem in Warschau, Rom, Budapest und Murcia – Sprengsätze wurden nirgends entdeckt.
Verdacht auf hybride Angriffe: Sicherheitsexperten und europäische Behörden warnen davor, dass diese koordinierten Drohungen Teil hybrider Bedrohungsmuster und Sabotageakte sind. Ähnlich wie jüngste Cyberattacken auf Supermarkt-Kühlsysteme, Drohnensichtungen oder manipulierte Warn-Apps zielen die Aktionen offenbar darauf ab, die europäische Infrastruktur mit geringem Aufwand empfindlich zu stören und Verunsicherung zu schüren.
SRF 4 News, 5.11.2026, 11.30 Uhr ; agenturen/schh;fulu;lehl
Source: SRF · 05.11.2026, 11:09
At a glance
- Topic
- World
- Country
- 🇨🇭 CH
- Publisher language
- DE
- Added to Allnira