Wegen Bombendrohungen sind mehrere Passagierflugzeuge in Europa umgeleitet und teils eskortiert worden.
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Das ist passiert: Mindestens zwölf Flüge in Europa waren am Donnerstag von Bombendrohungen betroffen. Mehrere Maschinen wurden nach den Warnungen umgeleitet oder von Kampfjets begleitet. Betroffen waren unter anderem Flüge nach Bulgarien, Tschechien, Italien und Rumänien. Die Behörden gehen teilweise von wenig glaubwürdigen oder falschen Drohungen aus. Verletzt wurde niemand.
Aer Lingus: Ein Linienflug eines Airbus A320 von Dublin nach Rom wurde wegen einer Bombendrohung umgeleitet. Das Flugzeug änderte kurz vor Paris seinen Kurs und landete auf dem Militärflugplatz Évreux in der Normandie. An Bord befanden sich 151 Fluggäste und sechs Besatzungsmitglieder, die das Flugzeug unversehrt verlassen konnten. Spezialisten zur Bombenentschärfung übernahmen die Sicherheitsüberprüfung.
Finnair: Auch ein Passagierflug der finnischen Airline von Helsinki nach Rom war Ziel einer Bombendrohung. Die Maschine wurde beim Landeanflug von Kampfjets der italienischen Luftwaffe abgefangen und bis zur regulären Landung in Rom-Fiumicino begleitet. Wie die Fluggesellschaft und Behörden mitteilten, konnte das Flugzeug planmässig und sicher aufsetzen.
LOT: Ein Flugzeug der polnischen Fluggesellschaft musste ebenfalls ausweichen. Nach Angaben belgischer Medien landete der Jet unplanmässig auf dem Flughafen Brüssel-Zaventem, wo Sicherheitskräfte den Vorfall untersuchten. Verdächtige Gegenstände wurden nicht gefunden. Bereits zwei Tage zuvor hatte eine LOT-Maschine auf dem Weg von London nach Warschau mit 181 Menschen an Bord wegen einer Bombendrohung ausserplanmässig auf den kleineren Flughafen Warschau-Modlin ausweichen müssen.
Wizz Air: Die ungarische Fluggesellschaft bestätigte, dass Flug W4 6387 von Mailand-Malpensa nach Warschau infolge einer Bombendrohung während des Fluges ausserplanmässig nach Wien umgeleitet werden musste. Die Entscheidung sei nach den vorgeschriebenen Sicherheitsprotokollen erfolgt, um den Schutz aller Insassen zu gewährleisten. Die Airline betonte, eng mit den Behörden zu kooperieren.
In Prag gingen Warnungen gegen vier Flugzeuge ein. Die tschechische Polizei stufte deren Glaubwürdigkeit als niedrig ein, liess die Maschinen nach der Landung aber von Spezialisten durchsuchen. Es wurden keine Sprengsätze gefunden.
In Kopenhagen wurden zwei Flugzeuge kontrolliert. Auch dort entdeckten die Behörden nichts Verdächtiges.
Ryanair: In Bulgarien mussten am Donnerstag gleich drei Ryanair-Flüge nach anonymen Bombendrohungen unplanmässig landen. Nach Angaben lokaler Medien und des Innenministeriums handelte es sich um Flüge aus Kopenhagen und Madrid, die in Sofia aufsetzten, sowie um eine Maschine aus London, die ins südliche Plowdiw auswich. Auch hier wurden umfassende Kontrollen eingeleitet. Zudem war ein Flug von Mailand nach Bukarest von einer Drohung betroffen; er landete sicher in der rumänischen Hauptstadt.
Reihe von Fehlalarmen: Die Vorfälle vom Donnerstag markieren die Fortsetzung einer beispiellosen Serie von Falschmeldungen in dieser Woche. Bereits in den Vortagen waren Flüge von Fluggesellschaften wie Ryanair, SAS, Wizz Air, LOT und Austrian Airlines von Notlandungen und Evakuierungen betroffen, unter anderem in Warschau, Rom, Budapest und Murcia – Sprengsätze wurden nirgends entdeckt.
Verdacht auf hybride Angriffe: Sicherheitsexperten und europäische Behörden warnen davor, dass diese koordinierten Drohungen Teil hybrider Bedrohungsmuster und Sabotageakte sind. Ähnlich wie jüngste Cyberattacken auf Supermarkt-Kühlsysteme, Drohnensichtungen oder manipulierte Warn-Apps zielen die Aktionen offenbar darauf ab, die europäische Infrastruktur mit geringem Aufwand empfindlich zu stören und Verunsicherung zu schüren.
SRF 4 News, 5.11.2026, 11.30 Uhr ; agenturen/schh;fulu;lehl
Source: SRF · 05.11.2026, 11:09
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