In der spanischen Provinz Toledo sind zwei Hochgeschwindigkeitszüge ineinandergeprallt. Mindestens 64 Menschen sind dabei ums Leben gekommen. Technische Defekte, menschliche Fehler oder Sicherheitsmängel auf Europas Schienen führten bereits in der Vergangenheit zu verheerenden Unglücken. Ein Blick auf die folgenschwersten Bahnkatastrophen der letzten Jahrzehnte.

Brand der Gletscherbahn Kaprun – 11. November 2000

Bei der Standseilbahn zum 3200 Meter hohen Kitzsteinhorn brach im drei Kilometer langen Tunnel ein Brand aus, ausgelöst durch einen Heizlüfter. Der Rauch breitete sich rasend schnell nach oben aus. 155 Menschen kamen ums Leben.

ICE-Unglück von Eschede – 3. Juni 1998

Der schwerste Eisenbahnunfall in der Geschichte Deutschlands. Ursache war der Bruch eines Radreifens am ICE 884 bei einer Geschwindigkeit von rund 200 Kilometern pro Stunde. Der entgleiste Zug rammte die Pfeiler einer Strassenbrücke, wodurch die Brücke einstürzte und die nachfolgenden Waggons zermalmt wurden. 101 Tote gab es bei der Katastrophe, 88 Passagiere überlebten sie schwer verletzt.

Eisenbahnunfall von Santiago de Compostela – 24. Juli 2013

Ein Hochgeschwindigkeitszug (Alvia) entgleiste kurz vor Santiago de Compostela in einer Kurve. Der Zug fuhr mit rund 190 Kilometern pro Stunde in einen Streckenabschnitt ein, auf dem maximal 80 erlaubt waren. 78 Menschen starben, es gab fast 200 Verletzte.

Eisenbahnunfall von Tempi / Larisa – 28. Februar 2023

Das schwerste Bahnunglück in der Geschichte Griechenlands. Ein Intercity-Zug stiess frontal mit einem entgegenkommenden Güterzug zusammen. Der Unfall ereignete sich auf einem eingleisigen Streckenabschnitt – Ermittlungen wiesen auf menschliche Fehler sowie jahrelange systemische Mängel hin. Die Katastrophe forderte 57 Tote und rund 80 Verletzte.

Eisenbahnunfall von Bioce – 23. Januar 2006

Ein voll besetzter Regionalzug geriet nahe Podgorica in Montenegro ausser Kontrolle. Der Zug entgleiste an einem Hang und stürzte etwa 100 Meter tief in die Schlucht des Flusses Moraca. 47 starben, es gab über 200 Verletzte.

Legende: AP Photo/Risto Bozovic

U-Bahn-Unglück von Valencia – 3. Juli 2006

Ein Zug der U-Bahn Valencia kippte in einem engen Tunnelabschnitt kurz vor der Station Jesús um. Die Untersuchung ergab, dass der Zug mit etwa 80 Kilometern pro Stunde in eine Kurve fuhr, in der lediglich 40 zulässig waren. 43 Menschen starben, 47 wurden verletzt.

Legende: IMAGO / Album

Zugunglück von Viareggio – 29. Juni 2009

Ein Güterzug mit 14 Kesselwagen voller Flüssiggas (LPG) entgleiste in der Nähe des Bahnhofs Viareggio. Ein Tank riss auf, das Gas trat aus und entzündete sich explosionsartig, was ganze Strassenzüge neben den Gleisen in Brand steckte. 32 Menschen starben, Dutzende wurden verletzt.

Frontalzusammenstoss in Apulien – 12. Juli 2016

Auf der eingleisigen Regionalstrecke zwischen den süditalienischen Städten Andria und Corato stiessen zwei Züge bei voller Fahrt frontal zusammen. Die Strecke wurde noch über ein veraltetes System mit telefonischer Zugmeldung betrieben; ein Kommunikationsfehler zwischen den Bahnhöfen führte zur Katastrophe, die 31 Tote und über 50 Verletzte forderte.

Eisenbahnunfall von Ladbroke Grove/Paddington – 5. Oktober 1999

Ein aus dem Londoner Bahnhof Paddington ausfahrender Nahverkehrszug kollidierte frontal mit einem mit hoher Geschwindigkeit herannahenden Intercity-Zug. Das Unglück führte zu umfassenden Sicherheitsreformen im britischen Schienennetz. 31 Menschen starben, es gab über 200 Verletzte

Legende: IMAGO / The Independent

Source: SRF · 28.10.2026, 17:23

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