Beim Transport im Kühllaster wird es oft zu warm. Das zeigt eine Fahrt mit Sensoren an Bord von Griechenland nach Pratteln. Mit den Daten kann jetzt die Temperatur im Laderaum simuliert werden. Das Ziel: Weniger Foodwaste.

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06.11.2026, 10:38

Das kennen Sie sicher: Wenn die Orangen zu Hause in den Früchtekorb kommen, hat schon eine davon so eine unappetitliche grauweisse Schimmelstelle… Mist. Und das, obwohl sie vor einer halben Stunde noch im Regal gelegen hat.

Genau das will die Lebensmittelwissenschaftlerin Elisabeth Tobler von der Empa in Zukunft vermeiden. Indem sie den Transport von Früchten und Gemüse verbessert.

Was genau passiert im Kühllaster?

«Man weiss bis heute nicht, wie und wieso genau Früchte und Gemüse des Transportes schlechter werden», so Elisabeth Tobler. Wo geht die Qualität der Ware verloren? Das will die Empa-Forscherin aufzeigen – mithilfe eines Simulationsmodells eines solchen Kühllasters, einer Art digitalem Zwilling.

Legende: Wie warm wird es mitten in der Orange? Das müssen die Forschenden wissen, um die Früchte optimal kühl zu halten. EMPA

Ohne 31 Paletten Orangen und Zitronen hätte Elisabeth Tobler diesen digitalen Lastwagen nicht programmieren können. 108 Sensoren begleiteten die Ladung des echten Lastwagens letzten Winter von Griechenland nach Pratteln.

Die Sensoren steckten fast alle in den Früchten, denn dort entscheidet sich, ob die Orange oder Zitrone auch schön gekühlt durch halb Europa reist – oder zwischendurch zu warm wird.

Auch im Kühlschrank ist es nicht überall gleich kalt

Die Fahrt dauerte vier Tage, und die Problemzone liegt in der Mitte des Lastwagens. Wie beim Kühlschrank zu Hause ist es nie überall gleich kalt, erklärt Elisabeth Tobler: «Es kommt sehr darauf an, wie die Luft zirkuliert, darum ist es oben und unten oft ein bisschen kühler und in der Mitte ein bisschen wärmer.» Die Früchte erwärmten sich dort von 7,7 bis auf 10,8 Grad.

Unbedingt Paletten vorkühlen

Der Grund: Die benachbarten Paletten waren nicht vorgekühlt. Zudem hat sich gezeigt, dass die Kühlanlage eines Lastwagens an ihre Grenzen kommt, wenn sie dicht gepackte Paletten während des Transportes noch herunterkühlen muss. Diese bleiben also warm, und was dann passiert, das konnte der digitale Zwilling in der Simulation schön aufzeigen.

Die Luftströmung im Lastwagen transportiert die Wärme von einer Palette zur nächsten. Und auch warme Früchte übertragen ihre Temperatur auf weitere Paletten. Wichtige Erkenntnisse zur Vermeidung von Foodwaste.

Erdbeeren aus Südspanien und was Coop daraus lernt

Erdbeeren aus Südspanien? Kein Problem für den digitalen Lastwagen. Gefüttert mit den richtigen Parametern wie Innen- und Aussentemperatur kann er auch einen Beerentransport für Coop simulieren.

Und der Grossverteiler hat schon erste Schlüsse daraus ziehen können, so Nunzio Smecca, Leiter der Qualitätskontrolle: «Die Palettierung der Ware muss nicht Richtung Verdichtung gehen, sondern Richtung Lockerung der Reihen. Das begünstigt die Luftzirkulation zwischen den Waren und vermeidet, dass sich Kondenswasser bildet.»

Egal ob Früchte oder Gemüse, ob zwei oder sechs Tage Transport: Der digitale Lastwagen-Zwilling simuliert, wo es zu warm werden könnte. Und kann so helfen, Foodwaste zu vermeiden.

Source: SRF · Andrea Fischli

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