- Mehrere Zehntausend Menschen haben sich in Deutschland den bundesweiten Jugendprotesten angeschlossen.
- Zum Auftakt am frühen Nachmittag kamen in mehreren Städten zunächst weniger Teilnehmer als angemeldet, die Zahlen stiegen dann aber im weiteren Verlauf stark an.
- Am Abend ist es in mehreren Städten zu Ausschreitungen gekommen.
Zu den friedlichen Demonstrationen in mehr als 30 deutschen Städten hat die Initiative «Gen Z regelt» aufgerufen. Sie fordert mehr Geld für Schulen, Suchthilfe und Psychotherapie, Massnahmen gegen steigende Lebenshaltungskosten, für soziale Gerechtigkeit und mehr Klimaschutz. Eine Wehrpflicht lehnt sie ab, ebenso einen Ausbau staatlicher Überwachung.
Kurz vor 20 Uhr nannte der Sprecher vom Presseteam der Initiative «Gen Z regelt» eine Teilnehmerzahl von mehr als 100'000, die Zahlen von sechs bis acht Städten würden noch fehlen. Bundesweite Zahlen der Polizei lagen zunächst nicht vor, in einigen Städten fielen sie aber niedriger aus als die Angaben der Veranstalter.
Wie viele Menschen am Ende zu den angemeldeten Demos in 34 Städten kommen, ist offen. Auf der Homepage von «Gen Z regelt» konnte man mit einem einfachen Mausklick angeben, dabei sein zu wollen.
Polizeigewerkschaft zieht gemischte Bilanz
Die vorläufige Bilanz der Gewerkschaft der Polizei fiel gemischt aus. Der Vorsitzende für den Bereich Bundespolizei, Andreas Rosskopf, sagte der «Rheinischen Post»: «Die Proteste der Gen Z haben sich als sehr friedlich rausgestellt.» Nach dem Ende der eigentlichen Veranstaltungen habe sich die Lage jedoch in einigen Städten zugespitzt.
Die Organisatorinnen und Organisatoren von «Gen Z regelt» haben ausdrücklich zu friedlichem Protest aufgerufen und lehnen jede Form von Gewalt ab.
Die Initiative «Gen Z regelt» zog insgesamt ein positives Fazit der Jugendproteste in Deutschland. «Was nach dem Ende der Kundgebungen passiert ist, darauf hatten wir keinen Einfluss», sagte ein Sprecher des Presseteams. Zugleich betonte er, dass seine Initiative in drei Wochen wieder viele junge Menschen für Aktionen mobilisieren wolle. «Für uns ist das nur der erste Schritt. Wir wollen uns an den europaweiten Protesten am 20. November beteiligen.»
Ausschreitungen in mehreren Städten
Am Abend ist es in mehreren deutschen Städten zu Ausschreitungen gekommen. Bei einer Demonstration in Berlin-Mitte nahe der bekannten Hackeschen Höfe kam es nach Polizeiangaben zu Eier- und Flaschenwürfen. Auch Böller wurden vereinzelt geworfen. Die Polizei in der Hauptstadt rief Demonstranten dazu auf, «sich unbedingt friedlich zu verhalten, keine Pyrotechnik zu benutzen und sich klar und deutlich erkennbar von Gewalttätigkeiten zu distanzieren».
In Frankfurt haben Randalierer mehrere Schaufensterscheiben von Geschäften eingeschlagen, es kam zu Plünderungen. Wie dpa-Reporter beobachteten, drangen mehrere Personen in Geschäfte ein und stahlen Turnschuhe und andere Gegenstände. Nach ersten Erkenntnissen des hessischen Innenministers Roman Poseck (CDU) erlitten mehrere Polizisten Verletzungen.
«Man kann nicht mehr von einem komplett friedlichen Verlauf sprechen», sagte ein Polizeisprecher in Bremen. In der Hansestadt seien Polizeikräfte vereinzelt mit Schlägen und Tritten attackiert worden. Mindestens ein Müllcontainer wurde in Brand gesetzt.
Aus Angst vor Ausschreitungen hatten viele Einzelhändler in den Innenstädten und vor allem in Luxus-Einkaufsstrassen grösserer Städte vorsorglich ihre Schaufenster mit Holzplatten verbarrikadiert.
Source: SRF · 31.10.2026, 15:52
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