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- Mehrere Zehntausend junge Menschen haben sich am Samstag in Deutschland den bundesweiten Jugendprotesten angeschlossen.
- Nach zunächst ruhigen Demonstrationszügen ist die Stimmung am Abend in mehreren Städten in Gewalt umgeschlagen.
- Vor allem in Köln und in Frankfurt kam es zu gewalttätigen Szenen.
Zu friedlichen Demonstrationen in mehr als 30 deutschen Städten hat die Initiative «Gen Z regelt» aufgerufen. Sie fordert mehr Geld für Schulen, Suchthilfe und Psychotherapie, Massnahmen gegen steigende Lebenshaltungskosten, für soziale Gerechtigkeit und mehr Klimaschutz. Eine Wehrpflicht lehnt sie ab, ebenso einen Ausbau staatlicher Überwachung.
Kurz vor 20 Uhr nannte der Sprecher vom Presseteam der Initiative «Gen Z regelt» eine Teilnehmerzahl von mehr als 100'000, die Zahlen von sechs bis acht Städten würden noch fehlen. Bundesweite Zahlen der Polizei liegen nicht vor, in einigen Städten fielen sie aber niedriger aus als die Angaben der Veranstalter.
Ausschreitungen in mehreren Städten
Am Samstagabend, nach dem Ende der eigentlichen Veranstaltungen, ist es in mehreren deutschen Städten zu Ausschreitungen gekommen. Bei einer Demonstration in Berlin-Mitte nahe der bekannten Hackeschen Höfe kam es nach Polizeiangaben zu Eier- und Flaschenwürfen. Auch Böller wurden vereinzelt geworfen. Die Polizei in der Hauptstadt rief Demonstrierende dazu auf, «sich unbedingt friedlich zu verhalten, keine Pyrotechnik zu benutzen und sich klar und deutlich erkennbar von Gewalttätigkeiten zu distanzieren».
Bei den Krawallen in Frankfurt am Main sind mehr als 100 Polizeikräfte verletzt worden. Darunter sei auch ein schwer verletzter Polizist, sagte der hessische Innenminister Roman Poseck (CDU) in Frankfurt. Der Mann habe nach einem Steinwurf ins Gesicht Zähne verloren. Gemäss Angaben der Polizei wurden Molotowcocktails auf Einsatzkräfte geworfen.
Die Polizei, die in der Spitze mit bis zu 1300 Kräften vor Ort war, habe 54 Personen festgenommen. Sie seien im Alter zwischen 13 und 29 Jahren, sagte Poseck. 17 Geschäfte seien beschädigt und fünf geplündert worden. «Sie haben jedenfalls überwiegend die deutsche Staatsangehörigkeit», sagte Poseck über die Festgenommenen. Die Polizei gehe derzeit davon aus, dass sie es mit 1000 bis 1500 gewaltbereiten Störern zu tun hatte, sagte Poseck, «überwiegend aus einem migrantischen Milieu».
Nach Angaben der Einsatzleitung wurden 87 Strafanzeigen gestellt, es gab 366 Personenkontrollen und 1225 Platzverweise.
Auch in Köln und Bremen wurde die Polizei angegriffen. In Hamburg geriet die Lage nach einem weitgehend störungsfreien Verlauf gegen Abend in der Nähe des Hauptbahnhofes teils aus dem Ruder. So zündeten gegen Ende der Demonstration schwarz gekleidete und teils vermummte Menschen mehrfach Pyrotechnik, rissen Baustellenabsperrungen aus ihren Verankerungen und steckten diese in Brand.
Aus Angst vor Ausschreitungen hatten viele Einzelhändler in den Innenstädten und vor allem in Luxus-Einkaufsstrassen grösserer Städte vorsorglich ihre Schaufenster mit Holzplatten verbarrikadiert.
Durchzogenes Fazit
Vor den abendlichen Ereignissen hatte die Initiative «Gen Z regelt» ein positives Fazit der Jugendproteste am Nachmittag gezogen. Hunderttausend Menschen hätten gezeigt, wofür sie auf die Strasse gehen. «Was nach dem Ende der Kundgebungen passiert ist, darauf hatten wir keinen Einfluss», sagte ein Sprecher vom Presseteam.
SRF 4 News, 31.10.2026, 15 Uhr ; dpa/harm; sche
Source: SRF · 31.10.2026, 15:52
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