• Mehrere Zehntausend Menschen haben sich in Deutschland den bundesweiten Jugendprotesten angeschlossen.
  • Zum Auftakt am frühen Nachmittag kamen in mehreren Städten zunächst weniger Teilnehmer als angemeldet, die Zahlen stiegen dann aber im weiteren Verlauf stark an.
  • Am Abend ist es in mehreren Städten zu Ausschreitungen gekommen.

Zu den friedlichen Demonstrationen in mehr als 30 deutschen Städten hat die Initiative «Gen Z regelt» aufgerufen. Sie fordert mehr Geld für Schulen, Suchthilfe und Psychotherapie, Massnahmen gegen steigende Lebenshaltungskosten, für soziale Gerechtigkeit und mehr Klimaschutz. Eine Wehrpflicht lehnt sie ab, ebenso einen Ausbau staatlicher Überwachung.

Die Initiative «Gen Z regelt» sprach nach Rückmeldung aus zunächst 12 Städten am späten Nachmittag von insgesamt mehr als 68'000 Teilnehmern. Bundesweite Zahlen der Polizei lagen zunächst nicht vor, in einigen Städten fielen sie aber niedriger aus als die Angaben der Veranstalter.

Legende: Auf ihrer Webseite machen die Organisatorinnen und Organisatoren deutlich, dass sie keine extremistischen Gruppen und verfassungsfeindlichen Symbole bei ihren Demonstrationen haben wollen. (31.10.2026) imago images/EHL Media

Wie viele Menschen am Ende zu den angemeldeten Demos in 34 Städten kommen, ist offen. Auf der Homepage von «Gen Z regelt» konnte man mit einem einfachen Mausklick angeben, dabei sein zu wollen. Das hatten bis 16.30 Uhr zwar mehr als 183'900 Menschen gemacht. Die in den Städten offiziell angemeldeten erwarteten Teilnehmerzahlen sind allerdings deutlich niedriger.

Aufruf zu friedlichem Protest

Die Organisatorinnen und Organisatoren von «Gen Z regelt» haben ausdrücklich zu friedlichem Protest aufgerufen und sie lehnen jede Form von Gewalt ab. Die Sicherheitsbehörden des Bundes hatten zuletzt keine weitergehenden Erkenntnisse zu Gewaltaufrufen oder geplanten gewalttätigen Ausschreitungen bei den Demonstrationen.

Aus Angst vor Ausschreitungen hatten viele Einzelhändler in den Innenstädten und vor allem in Luxus-Einkaufsstrassen grösserer Städte vorsorglich ihre Schaufenster mit Holzplatten verbarrikadiert.

Bei Jugendprotesten war es vor allem in Frankreich zu Ausschreitungen mit Gewalt, Plünderungen und Brandstiftung gekommen.

Ausschreitungen in mehreren Städten

Am Abend ist es in mehreren deutschen Städten zu Ausschreitungen gekommen. Aus Frankfurt wurden verletzte Polizisten gemeldet, aus Berlin Flaschen-, Böller- und Eierwürfe und aus Hamburg brennende Barrikaden. In mehreren Städten kamen Wasserwerfer zum Einsatz.

Bei einer Demonstration in Berlin-Mitte nahe der bekannten Hackeschen Höfe kam es nach Polizeiangaben zu Eier- und Flaschenwürfen. Auch Böller wurden vereinzelt geworfen. Die Polizei in der Hauptstadt rief Demonstranten dazu auf, «sich unbedingt friedlich zu verhalten, keine Pyrotechnik zu benutzen und sich klar und deutlich erkennbar von Gewalttätigkeiten zu distanzieren».

Legende: In Köln sagte die Polizei wegen der Vermummung einiger Teilnehmer und des Einsatzes von Pyrotechnik den Demonstrationszug ab. (31.10.2026) imago images/Marc John

Auch in Frankfurt wurden Böller auf Polizisten geworfen. Nach ersten Erkenntnissen des hessischen Innenministers Roman Poseck erlitten mehrere Polizisten Verletzungen. «Ein Beamter ist möglicherweise auch etwas schwerer verletzt, aber das bedarf noch der weiteren Aufarbeitung», sagte Poseck.

«Man kann nicht mehr von einem komplett friedlichen Verlauf sprechen», sagte ein Polizeisprecher in Bremen. In der Hansestadt seien Polizeikräfte vereinzelt mit Schlägen und Tritten attackiert worden. Mindestens ein Müllcontainer wurde in Brand gesetzt.

Source: SRF · 31.10.2026, 15:52

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