Gemäss dem Bundesamt für Rüstung kommt nur eine Bahn infrage. In einigen betroffenen Bereichen spielt jedoch der Wettbewerb.
26.10.2026, 05.30 Uhr
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Der Bund setzt für sämtliche Transporte der Armee auf SBB Cargo.
VBS
Das Bundesamt für Rüstung (Armasuisse) hat vor kurzem einen Grossauftrag im Wert von rund 60 Millionen Franken an SBB Cargo vergeben. Dieser umfasst Transporte von Treibstoff, Panzerfahrzeugen und weiterem Material für die Logistikbasis der Armee sowie die Miete von Güterwagen, wie aus der Beschaffungsplattform Simap.ch hervorgeht. Trotz dem grossen Volumen erfolgte die Vergabe freihändig, also ohne öffentliche Ausschreibung. Dabei gilt im liberalisierten Schweizer Bahngüterverkehr der Wettbewerb.
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Armasuisse begründet die Vergabe auf der Beschaffungsplattform damit, dass 60 Prozent des Auftragsvolumens den Verkehr mit einzelnen Güterwagen (WLV) beträfen. Dieser setze ein flächendeckendes Netz mit Rangierbahnhöfen und Anschlussgleisen voraus. Die Prozesse für das Rangieren der Wagen und die Disposition seien komplex. Gegenwärtig sei SBB Cargo das einzige Bahnunternehmen in der Schweiz, das ein derartiges WLV-Netz betreibe und sämtliche für die Logistikbasis der Armee relevanten Militärstandorte regelmässig bedienen könne. Auch die private Bahn Widmer Rail Services ist zwar mittlerweile im Verkehr mit einzelnen Wagen aktiv, jedoch nur mit wenigen Leistungen.
Leistungen über dem Schwellenwert
Tatsächlich erlaubt das Beschaffungsrecht eine direkte Vergabe, wenn aus technischen Gründen lediglich ein Anbieter infrage kommt und keine angemessene Alternative besteht. Der Auftrag beschränkt sich jedoch nicht auf den Wagenladungsverkehr. Er umfasst auch Ganzzüge, die mit nur einem Gut beladen sind, die Wagenmiete und den Verkauf von Betriebsmitteln. Zusammen machen diese Leistungen etwa 40 Prozent des Volumens der Beschaffung aus.
In diesen Segmenten existiert in der Schweiz ein funktionierender Markt, auf dem der Wettbewerb spielt. Im Ganzzugsverkehr etwa gibt es etliche Anbieter, was zu tieferen Preisen geführt hat. Armasuisse weist die jeweiligen Auftragswerte in der Vergabe zwar nicht einzeln aus. Aber diese dürften über dem Schwellenwert von 230 000 Franken liegen, ab dem der Bund Beschaffungen grundsätzlich öffentlich ausschreiben muss. Branchenkenner fragen sich, weshalb dies nicht erfolgte.
Eine Transportkette
Das Bundesamt für Rüstung betont, die Vergabe sei im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen erfolgt. Der Verkehr mit einzelnen Wagen mache den Hauptteil des Beschaffungsvolumens aus, sagt die Armasuisse-Sprecherin Daniela Renzo.
Dafür komme aufgrund des schweizweiten Netzes und der Anforderungen der Armee nur SBB Cargo infrage. Die übrigen Leistungen stünden in engem betrieblichem Zusammenhang mit dem Wagenladungsverkehr und bildeten einen Teil derselben Transport- und Logistikkette. Eine integrierte Vergabe sichere die effiziente Planung und Abwicklung aus einer Hand.
Neben den betrieblichen Vorgaben verweist Renzo auf die besondere Rolle der SBB, die in Krisen- und Katastrophenfällen für alle Schweizer Bahnen die Koordination übernehmen. Das soll sicherstellen, dass die Zusammenarbeit auch in Ausnahmesituationen möglichst reibungslos funktioniert. In Deutschland oder Frankreich greift das Militär für Logistikaufgaben wie Panzertransporte ebenfalls auf die Gütersparten der Staatsbahnen SNCF und Deutsche Bahn zurück.
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Source: Neue Zürcher Zeitung · Tobias Gafafer
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