Brand der Waffenfabrik in Thun war ein Racheakt der Linksextremen
B&T Thun stellt die in der radikalen autonomen Szene verhassten Gummigeschosswerfer her, die bei gewalttätigen Demonstrationen eingesetzt werden. In Frankreich jubelt die Szene über den Brand, in der Schweiz kursiert ein Bekennervideo.
01.11.2026, 10.08 Uhr
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Die ausgebrannte Fassade des Thuner Waffenherstellers B&T am Donnerstag, 29. Oktober 2026.
Keystone/Peter Schneider/
In der Nacht auf Donnerstag brannte der Hauptsitz des Thuner Waffenherstellers Brügger & Thomet (B&T) vollständig aus. Die Polizei Bern geht, wie sie mitteilte, von Brandstiftung aus und sucht Zeugen. Verletzt wurde niemand. Der Schaden beläuft sich auf zwischen 12 und 20 Millionen Franken.
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Nun erhärtet sich der Verdacht, dass es sich beim Brandanschlag um eine gezielte Racheaktion der radikalen Linken gehandelt hat. Denn Brügger & Thomet stellt den in der radikalen autonomen Szene verhassten Gummigeschosswerfer GL06 her, das in Frankreich den Namen LBD 40 trägt. Gummigeschosse führen immer wieder zu schweren Verletzungen. Bei den jüngsten Protesten in französischen Städten sollen mindestens acht Demonstranten ein Auge verloren haben.
«Swiss, France, Germany, in the street with Gen Z»
Schon kurz nach dem Brand kursierte in Frankreich, aber auch in der Schweiz ein Bekennervideo, das einen direkten Zusammenhang mit den Jugendprotesten herstellt. Neben wüsten Demonstrationsszenen in französischen Städten zeigt es auch, wie im B&T-Gebäude mehrere gezündete Brandsätze eingesetzt werden. Dazu erscheint die Botschaft «Swiss, France, Germany, in the street with Gen Z». Auch die Slogans «Fuck LBD» und «GL06» – verschiedene Bezeichnungen für denselben Gummigeschosswerfer – sind zu sehen. Am Ende des Videos erscheint die Strohhut-Piratenflagge von One Piece, dem Symbol der Jugendkrawalle. Die Kantonspolizei Bern prüft derzeit die Echtheit des Videos, äussert aber noch keine Vermutung über die Täterschaft.
Das einschlägige französische Portal «Contre attaque» hat das Video online gestellt und jubiliert: «Wie so oft kann man sich auf die Schweizer verlassen, wenn es um Präzision, das richtige Timing und Effizienz geht. (. . .) Wie schade, dass die Gummigeschosswerfer, die Munition und andere Waffen in nächster Zeit nicht mehr verkauft werden können.»
Seit dem 24. Oktober kommt es in Paris und anderen französischen Städten immer wieder zu gewalttätigen Zusammenstössen zwischen den Demonstranten und der Polizei.
IMAGO/Pavel Nemecek/IMAGO/CTK Photo
Gegenüber dem «Blick» hat sich am Samstag auch Firmeninhaber Karl Brüngger geäussert. Auf die schweren Verletzungen angesprochen, die der in Thun hergestellte Gummigeschosswerfer verursachen kann, sagt er, Frankreich benutze nicht die richtige Munition. Statt bei B&T beziehe die französische Polizei die Patronen vom französischen Hersteller Alsetex.
Die von Schweizer Polizeikorps eingesetzten B&T-Werfer setzen kein herkömmliches Gummischrot ein, sondern verfeuern Einzelgeschosse. Diese gelten als weniger gefährlich, können bei falschem Einsatz aber ebenfalls zu schweren Verletzungen führen.
In der Schweiz warnt der NDB seit Jahren vor linker Gewalt
Der Nachrichtendienst des Bundes (NDB) warnt seit Jahren vor dem hohen Gewaltpotenzial der linksextremistischen Szene. In seinem Lagebericht «Sicherheit Schweiz 2026» verzeichnet er für das Vorjahr insgesamt 215 linksextremistisch motivierte Ereignisse. Davon stuft er 63 als gewaltsam ein.
Beunruhigt zeigt sich der NDB auch darüber, dass die radikale Linke Gewalt zunehmend als legitimes Mittel zur Durchsetzung ihrer politischen Ziele versteht. Zudem sei die Schweizer Szene gut vernetzt – vor allem mit aktiven Zellen in Deutschland, Frankreich und Italien – und daher sehr mobil. Die grenzüberschreitenden Strukturen ermöglichten es den Gruppierungen, Logistik, personelle Ressourcen und operatives Know-how für koordinierte Sabotageakte, Brandanschläge und gezielte Gewaltanwendungen zu teilen.
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Source: Neue Zürcher Zeitung · Christina Neuhaus
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