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Es waren Tage der Hoffnung in Budapest, als sich 1956 das Volk gegen die sowjetische Unterdrückung erhob. Sie währte indes nur kurz, bis die Sowjetunion den Aufstand blutig niederschlug. Ein Rückblick in Bildern.
23.10.2026, 11.47 Uhr
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Am Freitag begeht Ungarn den 70. Jahrestag des Volksaufstands von 1956 mit zahlreichen internationalen Gästen. Der neue Regierungschef Peter Magyar betont bereits seit Monaten die Bedeutung der Feierlichkeiten. Er wird auf dem Kossuth-Platz vor dem Parlament eine Rede halten. Anwesend sein wird unter anderen die EU-Kommissions-Präsidentin Ursula von der Leyen. Die gescheiterte Revolution ist ein identitätsstiftendes Ereignis für Ungarn. Die Bilder geben einen Einblick in die dramatischen Tage jenes Herbsts.
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Anders Engman / TT / Imago
Hulton/Corbis/Getty
Der ungarische Volksaufstand gegen die Herrschaft der Kommunistischen Partei und der sowjetischen Besatzungsmacht begann am 23. Oktober 1956 mit friedlichen Demonstrationen von Studenten der Budapester Universitäten. Sie forderten neben Bürgerrechten und freien Wahlen auch den Abzug aller sowjetischen Truppen aus Ungarn. Schon am ersten Abend der Proteste stürzten die Demonstranten das Stalin-Denkmal am Rande des sogenannten Stadtwäldchens. Seine Entfernung war eine ihrer zentralen Forderungen gewesen. Das Bild zeigt nur noch die Stiefel des Diktators auf dem Sockel. Vor dem Nationaltheater wird die acht Meter hohe Statue zerlegt.
Róbert Hofbauer / Fortepan; CC BY-SA 3.0
Der Kopf Stalins liegt auf den Tramschienen an der Kreuzung der Grossen Ringstrasse und der Rakoczi-Strasse. Noch am Abend des 23. Oktobers schossen Sicherheitskräfte in die Menge, und die Sowjetunion entschied, militärisch zu intervenieren. Aus dem Protest wurde ein bewaffneter Aufstand.
Bilder Jack Metzger / ETHZ; CC BY-SA 4.0
Das Bild links zeigt einen jungen Aufständischen vor dem Kino Corvin, einem der wichtigsten Stützpunkte des Widerstands. Ein zerstörtes Tram in unmittelbarer Nähe des Orts zeugt von den Kämpfen.
Jeno Kiss / EST&OST / Imago
Am 28. Oktober verkündete der kommunistische Ministerpräsident Imre Nagy einen Waffenstillstand, worauf die sowjetischen Truppen aus Budapest abzogen. Zurück blieb unter anderem der abgebildete Panzer vom Typ T-54 an der Üllöi-Strasse im Südosten der Stadt. Der Reformpolitiker Nagy war nur Tage zuvor zum Regierungschef ernannt worden, wie es die Aufständischen verlangt hatten. Zusammen mit dem Waffenstillstand anerkannte er die Revolution und kündigte Reformen an. Kurzzeitig sah es so aus, als könnten die Ungarn den Freiheitskampf gewinnen.
Mario De Biasi / Mondadori / Getty
Am 30. Oktober gab Nagy das Ende der Einparteiherrschaft bekannt. Bewaffnete belagerten den Sitz der Kommunistischen Partei am Köztarsasag-Platz, den Angehörige der Geheimpolizei verteidigten.
Jack Esten / Picture Post / Getty
Verteidiger wurden von den Aufständischen erschossen oder gelyncht. Auch anderswo machten sie Jagd auf Mitglieder der Geheimpolizei.
Ullstein/Getty
Imre Nagy nimmt während des Aufstands ein Bad in der Menge. Er war bereits von 1953 bis 1955 Ministerpräsident, wurde wegen seines eigenständigen Kurses aber abgesetzt. Nach seiner von den Demonstranten erwirkten Rückkehr an die Macht erklärte er am 1. November 1956 Ungarns Neutralität und den Austritt aus dem Warschauer Pakt. Hatte er zunächst das System nur demokratisieren wollen, stellte er damit die sowjetische Vorherrschaft offen infrage.
AP
Moskau antwortete wieder mit Panzern: Sowjetische Truppen besetzten die Kreuzung vor der Margaretenbrücke auf der Pester Seite der Stadt. Zwei Tage später, am 4. November, wurde Nagy abgesetzt. Moskau startete eine neue Grossoffensive auf die Hauptstadt, um den Aufstand endgültig niederzuschlagen. Es folgten heftige Kämpfe, wobei die Aufständischen sowohl personell wie materiell hoffnungslos unterlegen waren.
Keystone
Anders Engman / TT / Imago
Nach der Niederschlagung gehen Menschen am 19. November durch die Trümmer in den Strassen Budapests. Der Aufstand forderte auf ungarischer Seite rund 2500 Opfer. Die Aufnahme rechts zeigt Studenten, die einen sowjetischen Panzer in ihre Gewalt gebracht haben.
KPA / United Archives / Imago
Nach der Niederschlagung setzte eine Massenflucht über die österreichische Grenze in den Westen ein. Rund 200 000 Menschen verliessen Ungarn, nachdem sich die Hoffnung auf Demokratie und Freiheitsrechte so brutal zerschlagen hatte.
Photopress/Keystone
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Die Solidarität mit den ungarischen Flüchtlingen war gross – auch in der Schweiz. Am 29. Oktober versammelte sich eine Menschenmenge zur Sympathiekundgebung für den Volksaufstand auf dem Münsterhof in Zürich. Am 8. November trafen die ersten ungarischen Flüchtlinge am Grenzbahnhof Buchs ein.
Valeria Venezia / Getty
Nach dem sowjetischen Einmarsch wurde Nagy festgenommen, nach Rumänien verschleppt und im Juni 1958 nach einem Geheimprozess wegen Hochverrats hingerichtet. Erst 1989 wurde er im Zug der politischen Wende rehabilitiert und mit allen Ehren neu bestattet. Heute erinnert ein Bronzedenkmal neben der Margaretenbrücke an Nagy.
Martin Fejer / EST&OST / Imago
Wo bis 1956 das Stalin-Denkmal stand, erinnert ein Mahnmal an den Aufstand. Es wurde 2006 am 50. Jahrestag eingeweiht. Die 16 Meter lange Skulptur besteht aus verrosteten Eisenstangen, die zu einer acht Meter hohen Spitze eines Keils hin immer einheitlicher und heller werden. Während der Rost an Leid und Unterdrückung erinnern soll, symbolisiert der glänzende Keil Einheit und Kampf der Ungarn.
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Source: Neue Zürcher Zeitung · Meret Baumann, Dario Veréb
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