Nun wird David Beckham als Kandidat für die Fifa-Präsidenten-Wahl gehandelt. Doch warum sollte er sich das antun?

25.10.2026, 05.30 Uhr

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Immer und überall stilsicher: David Beckham.

Immer und überall stilsicher: David Beckham.

Chris Arjoon / Imago

Wahrscheinlich steht die Verzweiflung hinter dem Gerücht der Woche: David Beckham soll Fifa-Präsident werden! Zwar hat er sich selbst nie dazu geäussert; doch laut Sky Sport gehen ungenannte europäische Fussballfunktionäre davon aus, dass Becks schon bereit wäre für eine Kandidatur, würde man ihn nur fragen. Bis am 18. November muss sich ein Bewerber melden, der im kommenden Frühling gegen Gianni Infantino antreten will. Doch wählbare Anwärter gibt es bis jetzt keine.

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Man kann die Phantasie nur allzu gut nachvollziehen. Beckham hat die Aura eines entspannten Lords, der nichts mehr beweisen muss. Einmal Flankengott, immer überirdisch. Er hat zudem die Gabe, immer und überall gut auszusehen. Weder braucht er dafür eine kloppsche Haartransplantation noch dessen Wolfsgrinsen mit gefährlich weissem Gebiss. Wahrscheinlich ist seine Frau Victoria bezüglich des optischen Eindrucks hilfreich, immerhin ist sie Designerin mit eigenem Label. Dass ihr Einfluss beträchtlich ist, legen zumindest Jugendaufnahmen Beckhams in seiner Netflix-Doku nahe.

Nicht nur Stilsicherheit und ein hochkarätiges Beziehungsnetz zeichnen Sir David aus, er hat auch als Geschäftsmann einen guten Riecher. (Oder ist es doch Victoria?) Das zeigt unter anderem der Einstieg bei Inter Miami, dem MLS-Klub, der nicht zuletzt mit dem Zuzug von Lionel Messi zu einer milliardenschweren Franchise ausgebaut wurde.

Wäre eine Fifa mit den Beckhams an der Spitze nicht überhaupt so etwas wie ein glamouröser globaler Königshof? Sieht man von Davids so umstrittenem wie einträglichem Engagement für Katar ab, eignen sich seine Skandale mehr für simple Gemüter. Das Zerwürfnis mit seinem Sohn Brooklyn, dessen spaltende Gattin, die böse Schwiegermutter Victoria – Drama, Baby!

Wäre die Hoffnung nicht auch, dass Becks die Sache einigermassen gelassen angehen würde und nicht jeden Cent aus dem Weltfussballverband pressen müsste, weil er bereits unfassbar reich ist? Laut britischen Medien soll er der erste Sportmilliardär der Insel sein, das gemeinsame Vermögen des Power-Couples, zu dem Victoria nicht wenig beiträgt, wächst zudem ständig. Allein die WM in diesem Sommer hat dem Sport-, Mode- und Medienunternehmen, an dem er beteiligt ist, zu Rekordgewinnen verholfen; Beckham soll knapp 42 Millionen Franken abgesahnt haben.

Bei dieser WM war Beckham aber nicht nur in jedem Werbeblock präsent, sondern oft auch auf der Tribüne. Beim Gruppenspiel Brasilien - Schottland in Miami kippte er bereits in der dritten Minute Rotwein aus einem Glas, das aussah wie ein kleines Aquarium. Derweil Gianni Infantino im steifen Anzug mit Krawatte im Kreis von alternden Brasilien-Legenden in der Hitze Floridas schwitzte. Warum sollte sich David Beckham bei 33 Grad in einer Loge quälen, wenn er seinen persönlichen «hydration break» jederzeit im lockeren Outfit machen kann?

Aber vielleicht kann ihn ja einmal jemand fragen, ob es was wäre mit dem Job.

Ein Artikel aus der «NZZ am Sonntag»

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Source: Neue Zürcher Zeitung · Christine Steffen

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