Automobilzulieferer Schaeffler baut tausende weitere Jobs ab – viele davon in Deutschland
Mehr als 3000 Stellen sollen in Europa abgebaut werden. Zudem will Schaeffler fünf Standorte in Europa schliessen.
03.11.2026, 09.08 Uhr
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Schaeffler will etwa 2260 Stellen in Deutschland abbauen.
Ardan Fuessmann / Imago
glu. / (dpa) Der Automobil- und Industriezulieferer Schaeffler baut in Europa 3460 weitere Stellen ab, davon etwa 2660 in Deutschland. Laut der Medienmitteilung des Unternehmens betreffen rund 50 Prozent der abgebauten Stellen die Produktion, 30 Prozent den Bereich Forschung und Entwicklung und zwanzig Prozent betreffen weitere Bereiche.
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Der Konzern begründete die weiteren Einschnitte mit der Automobilkrise in Europa, die weitere Gegenmassnahmen und strukturelle Anpassungen erfordere.
Vier Standorte in Deutschland sollen geschlossen werden
Vom Abbau seien sechzehn Standorte in Europa betroffen, wie das Unternehmen schreibt. Zudem sollen fünf Standorte geschlossen werden – vier davon in Deutschland.
Dazu gehören laut Schaeffler das Werk in Dortmund mit 430 Beschäftigten sowie der Standort Morbach mit 160 Mitarbeitenden. Zudem ist laut Schaeffler geplant, die Aktivitäten am Standort Berlin einzustellen und den Standort Schwalbach aufzugeben. Ein Grossteil der rund 385 Beschäftigten solle an den Standort in Frankfurt wechseln. Insgesamt seien rund 190 Stellen vom Abbau betroffen.
Darüber hinaus sei vorgesehen, die Aktivitäten im Werkzeugbau am Standort Höchstadt einzustellen und im Sondermaschinenbau an den Standorten Erlangen und Schweinfurt Anpassungen vorzunehmen. Ferner seien Kapazitäts- und Strukturanpassungen an weiteren Standorten in Deutschland geplant.
Die Streichung von 2660 Stellen in Deutschland bedeute, in Bezug auf die Stammbelegschaft von knapp 32 000 Mitarbeitenden, einen Stellenabbau von rund neun Prozent bis im Jahr 2028. Das schreibt Schaeffler in der Medienmitteilung. Der Prozentsatz erhöhe sich auf achtzehn Prozent, wenn man vorherige Personalreduktionen berücksichtige.
Kritik von IG Metall
Das jährliche Ergebnis solle sich durch die Massnahmen ab 2030 um 300 Millionen Euro verbessern. Der Schaeffler-Chef Klaus Rosenfeld veranschlagt für das Sparprogramm Einmalkosten von rund 480 Millionen Euro.
Die IG Metall und der Konzernbetriebsrat kritisierten das neuerliche Sparprogramm scharf. «Bei Schaeffler folge inzwischen ein Abbauprogramm auf das nächste, noch bevor die Folgen des vorherigen bewältigt sind», sagte Thomas Höhn, Unternehmensbeauftragter der IG Metall für Schaeffler. «Das ist kein Zukunftskonzept für den Industriestandort Deutschland.» Bereits 2024 und 2025 hatte Schaeffler die Streichung mehrerer tausend Arbeitsplätze beschlossen.
Source: Neue Zürcher Zeitung
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