Artenschutz Der Retter der Seebären

In der Walvis Bay in Namibia lebt eine der grössten Seebären-Kolonien der Welt. Doch zahlreiche Tiere verenden in Fischernetzen, Seilen und anderem Müll. Ein Mann hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht, sie zu retten.

01.11.2026, 16:12

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In Pelican Point bei Walvis Bay in Namibia leben fast 80'000 Seebären – eine der grössten Kolonien der Welt. Doch hinter der Postkartenidylle verbirgt sich eine andere Realität: Jedes Jahr sterben Hunderte dieser Tiere, erdrosselt in weggeworfenen Fischernetzen, Schiffstauen oder in Plastikmüll.

Legende: Naude Dreyer bei der Arbeit: Über 5500 Tiere hat seine Organisation bereits gerettet. Screenshot RTS.

Ein Mann hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Leid der Tiere zu lindern. «Vor 15 Jahren sah ich einen Seebären, der in einem grossen Fischernetz gefangen war. Also habe ich ihn gepackt und an den Strand gezogen. Ich habe das Netz durchgeschnitten, um ihn zu befreien, und mir wurde klar, dass wir das Leben dieses Tieres gerettet haben. Seither ist es zu einer Obsession geworden», sagt Naude Dreyer, Gründer der Organisation Ocean Conservation Namibia, im Westschweizer Radio und Fernsehen (RTS).

Hier rettet Naude Dreyer eine Robbe aus einem Netz

Der Namibier lebt seit seiner Kindheit an der Küste des Landes. Seine Tage beginnen mit einer langen Geduldsprobe: Vier Stunden lang beobachtet er die Kolonie, um betroffene Tiere zu orten. «Ich habe sehr starke Scheren, mit denen ich Metallkabel, Angelschnüre, eigentlich fast alles schneiden kann. Und ich habe mein grosses Netz. Wir können damit bis zu 220 Kilogramm schwere Tiere fangen», erläutert Dreyer.

Seine Organisation hat bereits über 5500 Tiere gerettet. Doch die Rückstände, welche die industrielle Fischerei zurücklässt, treiben mitunter jahrzehntelang im Meer und töten noch lange, nachdem sie ausgedient haben.

«Die Seebären haben das Glück, dass sie an den Strand kommen und wir ihnen so helfen können. Delfine, Wale, Schildkröten und Seevögel können das nicht», sagt Naude Dreyer.

Sensibilisierung über Social Media

Um die Menschen für die Problematik zu sensibilisieren, filmt er jede seiner Rettungsaktionen und veröffentlicht sie in den sozialen Medien. Über vier Millionen Menschen weltweit folgen seiner Organisation. «Wir hoffen, dass die Menschen dadurch achtsamer mit ihrem Müll umgehen, insbesondere wenn sie Abfälle ins Meer werfen», betont er.

Dreyers Forderung: «Jedes aufgegebene Netz muss streng sanktioniert werden, um die Fischer dazu zu bringen, ihren gesamten Fang zu behalten. Ihr Verhalten wird sich erst dann verändern, wenn das einen Einfluss hat auf ihre Einnahmen.»

RTS «19h30», 25.10.2026, 19:30 Uhr; wilh

Source: SRF · Pierre Morel / RTS

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