«A Court of Thorns and Roses» Wie bei «Harry Potter»: Fans stehen nachts Schlange für ein Buch
Dank Booktok wurde Sarah J. Maas’ «ACOTAR»-Fantasyreihe zum globalen Dauerbrenner. Nun sorgte der lang ersehnten 6. Band für einen Mitternachtsansturm.
28.10.2026, 08:22
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Für viele ist es eines der sehnlichst erwarteten Bücher der letzten Jahre: «A Court of Splintered Harmony», der sechste Band von Sarah J. Maas’ Bestsellerreihe «Das Reich der sieben Höfe». Die Reihe wurde über 13 Millionen Mal verkauft.
Seit dem fünften Band, der 2021 erschien, warten Fans auf die Fortsetzung der Geschichte um Feyre, die sich im Reich der Fae zwischen Intrigen, uralten Flüchen und unerwarteter Liebe behaupten muss.
Am 27. Oktober war das Warten endlich vorbei: Zwei Orell-Füssli-Filialen organisierten einen Nachtverkauf, damit die Fans den neuen Band bereits in der Nacht kaufen konnten.
Das Geschäft mit dem Hype
Der Andrang war gross: Im Stauffacher in Bern griffen rund 150 Personen nach dem Buch, einige kauften gleich mehrere Exemplare. Filialleiter Roland Baumberger sagt, er habe in seinen 37 Jahren in der Branche eine vergleichbare Begeisterung nur bei Harry Potter erlebt.
Eine Mitternachts-Käuferin kann es kaum erwarten, noch nachts in den neuen Band hineinzulesen – obwohl sie am nächsten Tag arbeiten muss. Zwei Freundinnen haben sich gleich die ganze Reihe gekauft und freuen sich auf ein Wochenende, an dem sie nur lesen wollen.
Blütezeit dank Booktok
Der Hype rund um die Romantasy-Reihe von Sarah J. Maas setzte allerdings erst fünf Jahre nach Erscheinen des ersten Bandes ein – und das dank zahlreicher Empfehlungen und Besprechungen auf Booktok. Mittlerweile finden sich auf Tiktok über zwei Millionen Beiträge mit dem Hashtag «ACOTAR», den Anfangsbuchstaben des englischen Titels der Reihe, «A Court of Thorns and Roses».
Die angehende Literaturwissenschaftlerin Anna Ebner hat Romantasy für ihre Masterarbeit aus der Perspektive der Lesenden untersucht. In Interviews zeigte sich, dass viele durch «ACOTAR» überhaupt erst Zugang zum Genre fanden und die Bände bis heute zu ihren Lieblingsbüchern zählen.
Ebner bezeichnet die Reihe daher als genreprägend: «Neben Fourth Wing gehören die Buchreihen von Sarah J. Maas zu den erfolgreichsten und der Begriff Romantasy war von Anfang an mit ihnen verbunden.»
Lesen ist Miterleben
Selbstvergessenes Lesen präge die Leseerfahrung bei Romantasy, erklärt Ebner. «Es scheint besonders wichtig, dass in den literarischen Welten Unmögliches möglich wird.» Dabei gehe es nicht darum, vor der Realität zu fliehen, sondern diese zu ergänzen.
Durch die Identifikation mit der Protagonistin werde das Lesen zu einem emotionalen und erwartungsvollen Miterleben, sagt Ebner. Gerade die Widersprüchlichkeit der Frauenfiguren sei dabei zentral, so Kultursoziologin Carolin Amlinger. «Genau darum sind sie für Leserinnen so attraktiv: Diese wollen einerseits emanzipiert sein, hadern andererseits zugleich mit den klassischen Geschlechterrollen.»
Ihre Begeisterung und Gedanken zur Lektüre teilen Lesende rege online, sodass Autorinnen mit ihrer Leserschaft in direkten Kontakt kommen und Anregungen aufgreifen, die in die Bücher einfliessen können. «Das Buch ist ein Produkt der Leserinnen und der Autorinnen», folgert Amlinger.
Sarah J. Maas «A Court of Splintered Harmony – The Valkyrie Cycle, Movement I». Aus der Reihe «A Court of Thorns and Roses». Bloomsbury, 2026.
SRF 1, 10vor10, 27.10.2026, 21:50 Uhr
Source: SRF · Ariane Schwob
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