Seit seiner National-League-Rückkehr verpasste er kein einziges Spiel. Am Mittwoch knackte Christoph Bertschy die 500.
Gefühlt nach jeder Runde beklagen die National-League-Klubs verletzungsbedingte Ausfälle. Aufgrund des hohen Tempos, des harten Körperkontaktes oder der grossen Belastung für die Gelenke (Stop and Go) gehört das Eishockey zu den verletzungsanfälligsten Sportarten überhaupt.
Während 8 Jahren nicht einmal ausgesessen
Doch es gibt auch Spieler, die gegen Verletzungen «immun» zu sein scheinen. In der Schweiz trifft das auf Christoph Bertschy zu. Der Gottéron-Stürmer absolvierte am Mittwoch bei der 2:4-Niederlage in Langnau sein 500. National-League-Spiel in Serie.
Bertschy kehrte 2018 nach drei Jahren in Übersee (9 NHL-Spiele für die Minnesota Wild) in die Heimat zurück. Nach 4 Saisons in Lausanne wechselte der Freiburger auf die Spielzeit 2022/23 zu Gottéron. In diesen 8 Jahren verpasste Bertschy nicht ein einziges Spiel – weder in der Qualifikation noch in den Playoffs.
Gute Disziplin und viel Glück
Gemäss dem langjährigen Schweizer Nationalspieler müssen zwei Faktoren stimmen, damit eine solche Monsterserie nur schon im Ansatz möglich ist. Nur einen dieser beiden Faktoren kann man als Spieler indes selber beeinflussen: die Disziplin. «Gut trainieren, gute Ernährung, viel trinken, versuchen, gut zu schlafen», meint Bertschy. Im Grunde genommen müsse man sich dem Sportlerleben fügen.
Im Eishockey braucht es jedoch nicht viel, um sich zu verletzen. Und hier kommt der Faktor Glück ins Spiel: «Man kann jederzeit einen Schuss abbekommen und sich dabei einen Knochen brechen. Das hat dann nichts damit zu tun, wie gut man durchtrainiert ist», so Bertschy. Während meist von Verletzungspech die Rede ist, kann man beim dreifachen WM-Silberhelden durchaus von «Verletzungsglück» sprechen.
Nur noch Rüthemann vor der Nase
Mit 500 Einsätzen ohne Unterbruch belegt Bertschy in dieser Statistik in der Allzeit-Liste der National League Rang 2. Dies könnte sich jedoch noch in der laufenden Regular Season ändern. Der Rekord von Ivo Rüthemann liegt bei 523 Partien in Serie für Davos und Bern.
Der Weltrekord indes dürfte auch für Bertschy unerreichbar bleiben. Der US-Amerikaner Phil Kessel absolvierte in der NHL von 2009 bis 2023 unglaubliche 1064 Partien am Stück. In einer Dokumentation verriet der «Iron Man» sein Erfolgsrezept: Auf Wasser verzichtete er komplett, stattdessen trank Kessel ausschliesslich Cola.
Diese Herangehensweise deckt sich wenig überraschend nicht mit jener von Bertschy: «Ich gönne mir auch immer mal wieder ein Raclette oder ein Glas Rotwein, ein ausgewogener Lebensstil ist sicher das richtige Rezept. Aber bei mir ist es dann schon mehr Wasser als Cola», schmunzelt der 32-Jährige.
Rekord könnte im Januar fallen
Bereits am Freitag dürfte Bertschy seine Serie ausbauen, dann empfängt Freiburg in der BCF-Arena Genf-Servette. Sollte dem umtriebigen Flügelstürmer das «Verletzungsglück» Hold bleiben, so würde Bertschy am 22. Januar in Ambri mit Rüthemann gleichziehen – und tags darauf zuhause gegen Biel zum alleinigen Rekordhalter aufsteigen.
Resultate
Source: SRF · 29.10.2026, 15:29
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