1000 Parkplätze beim Zoo ersatzlos streichen, dafür eine Tramlinie bis zum Eingang – der VCS zerpflückt die Pläne von Stadt und Kanton

Stadt und Kanton planen für den Zoo ein Parkhaus mit bis zu 1200 Plätzen. Das geht dem grünen Verkehrsclub viel zu weit.

03.11.2026, 16.31 Uhr

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Viele Besucher kommen mit dem Auto in den Zoo Zürich – für den VCS deutlich zu viele.

Viele Besucher kommen mit dem Auto in den Zoo Zürich – für den VCS deutlich zu viele.

Karin Hofer / NZZ

Das angekündigte neue Verkehrsregime für den Zoo Zürich dürften manche Familien mit Auto bereits als Zumutung empfunden haben. Aber was der Zürcher Verkehrsclub VCS jetzt vorschlägt, zeigt, dass sie damit wohl noch gut bedient wären.

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Stadt und Kanton Zürich haben Anfang September bekanntgegeben, dass sie sämtliche oberirdischen Parkfelder rund um den Zoo aufheben und in eine neue Tiefgarage verlegen wollen. Die Massnahme betrifft nicht nur Parkierungsmöglichkeiten in unmittelbarer Nähe des Eingangs, sondern auch weiter entfernte in den Quartierstrassen, die oft von Zoobesuchern genutzt werden. Insgesamt geht es um 1100 bis 1200 Parkplätze.

Gegen diese Pläne hat der VCS beim Kanton eine Einwendung eingereicht. Er verlangt, dass der Grossteil der Parkplätze ersatzlos gestrichen wird. Die neue Tiefgarage solle lediglich Platz für 200 Autos bieten. Das Parkieren solle zudem so teuer sein, dass ein grosser Anreiz zum Umsteigen auf den öffentlichen Verkehr entsteht. Vorgeschlagen wird ein Eintrittspreis von 20 Franken.

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Im Gegenzug müsse eine bis zum Zoo-Eingang verlängerte Tramlinie in den Gestaltungsplan aufgenommen werden, fordert der VCS. Er hatte bereits 2008 eine Initiative mit der gleichen Forderung zur Abstimmung gebracht. Diese wurde aber von über 70 Prozent der Stimmberechtigten im Kanton abgelehnt. Schon damals spielte es eine Rolle, dass Tramlinie und Parkplätze gegeneinander ausgespielt wurden.

Stadt und Kanton argumentierten zwar, dass eine Verlegung der Autos in den Untergrund Platz für Tramgleise bis vor den Zoo schaffen würde. Sie machten dies aber nicht zu einem Teil des Gestaltungsplans – es gebe noch keinerlei konkrete Absichten und erst recht nichts, was Projektreife hätte. Zudem anerkannten sie, dass es wohl auch in Zukunft Familien gebe, die den Kinderwagen lieber ins Auto hieven als ins Tram. Deshalb verzichteten sie auf eine Reduktion der Parkplätze.

Der VSC findet dies unverständlich angesichts des erklärten Ziels der Stadt Zürich, den Anteil des motorisierten Individualverkehrs deutlich zu reduzieren. Er kritisiert, dass der Zoo dank dem neuen Parkhaus die Zahl seiner Parkplätze faktisch verdoppeln würde. Denn heute weise er auf seiner Website aus, nur über 650 Plätze zu verfügen. Die anderen 550 seien solche in der Umgebung, die gar nie für Zoobesucher vorgesehen gewesen seien.

Die Frist für Einwendungen, zu denen jedermann berechtigt ist. ist Anfang dieser Woche verstrichen. Eingegangen sind beim Kanton neben jener des VCS noch etwa ein Dutzend weitere. Diese müssen nun geprüft und beantwortet werden – sofern sie sich als berechtigt erweisen, wird der Gestaltungsplan allenfalls auch angepasst.

Wenn er einmal publiziert ist, können Betroffene Rekurs dagegen einreichen. Für das geplante Parkhaus, das auf städtischem Land entstehen soll, ist auch noch die Zustimmung des Stadtparlaments notwendig. Es sind also noch einige Hürden zu nehmen, ehe klar ist, wie die Verkehrszukunft im Zoo aussieht.

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Source: Neue Zürcher Zeitung · Marius Huber

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