Gesundheitsbefragung
Ein Großteil der Bevölkerung fühlt sich gesund, doch die Einschätzung des eigenen Befindens wird kritischer. Das geht aus der am Dienstag veröffentlichten Gesundheitsbefragung 2025 (ATHIS) der Statistik Austria hervor. Dieser zufolge leben sieben von zehn Personen mittlerweile mit zumindest einer chronischen Erkrankung. Eine Zunahme wird auch bei Depressionen festgestellt – und hier insbesondere bei Jungen.
Online seit gestern, 20.49 Uhr
Für die Erhebung, die die Statistik Austria im Auftrag des Gesundheitsministeriums durchgeführt hatte, wurden 16.446 zufällig ausgewählte Personen ab 15 Jahren zu Gesundheitszustand, Gesundheitsverhalten und der Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen befragt.
Der Befragung zufolge bezeichnen fast drei Viertel der Bevölkerung ihren Gesundheitszustand als „gut“ oder „sehr gut“. Gegenüber 2019 verringerte sich insbesondere der Anteil jener Personen, die ihren Gesundheitszustand als „sehr gut“ bewerteten. Die Anteile jener mit einer guten oder mittelmäßigen Einschätzung nahmen hingegen zu, hieß es in der Zusammenfassung der über 270 Seiten umfassenden Publikation.
Jüngere bewerten ihren Gesundheitszustand schlechter
Der Anteil der Bevölkerung mit einer subjektiv als „schlecht“ oder „sehr schlecht“ eingeschätzten Gesundheit blieb hingegen weitgehend unverändert. Diese Entwicklung sei maßgeblich darauf zurückzuführen, dass jüngere Personen ihren Gesundheitszustand heute weniger positiv einschätzen als in den zuvor durchgeführten Erhebungen. Bei der älteren Bevölkerung zeigte sich hingegen ein gegenteiliger Trend hin zu einer positiveren Gesundheitswahrnehmung.
Ein negativer Trend zeigte sich indes in der gesundheitsbezogenen Lebensqualität, die im Jahr 2025 in nahezu allen Bereichen schlechter beurteilt wurde als 2019. Die deutlichsten Rückgänge wurden dabei im sozialen Bereich registriert. Auch diese Entwicklung sei vor allem auf die verschlechterten Bewertungen von Jugendlichen und jungen Erwachsenen zurückzuführen.
Anstieg bei Depressionen
Ebenso fiel im Vergleich zu 2019 ein Anstieg von Depressionen bei jüngeren Erwachsenen auf. Während 2019 noch gut vier Prozent der 15- bis 44-Jährigen von depressiver Symptomatik betroffen waren, lag dieser Anteil 2025 bereits bei knapp über zehn Prozent.
Besonders belastet waren junge Frauen von 15 bis 29 Jahren. Doch auch insgesamt war ein Anstieg von Depressionen erkennbar – und zwar von knapp sechs Prozent im Jahr 2019 auf mehr als neun Prozent in der aktuellsten Erhebung.
Mehr als drei Millionen mit chronischer Erkrankung
Außerdem geht aus der Befragung hervor, dass 3,2 Millionen Personen bzw. rund 40 Prozent der Bevölkerung mit einer chronischen Erkrankung oder einem dauerhaften Gesundheitsproblem lebten. Rund ein Drittel der Bevölkerung, insbesondere ältere Personen, war aufgrund gesundheitlicher Probleme bei Alltagstätigkeiten eingeschränkt.
Hochgerechnet hatten rund 510.500 Personen ab 55 Jahren Schwierigkeiten bei der selbstständigen Ausübung zumindest einer Basisaktivität der täglichen Körperpflege und Selbstversorgung. Etwa 1,1 Millionen waren weiters von Einschränkungen bei Tätigkeiten der Haushaltsführung wie Einkäufen betroffen, Frauen und sehr alte Personen häufiger. Ein erheblicher Teil der Betroffenen erhält dabei trotz bestehenden Bedarfs keine ausreichende Unterstützung.
Anstieg der Fettleibigkeit
Mehr als jede zweite Person ab 15 Jahren war zumindest übergewichtig, wobei rund 19 Prozent der Männer und 17 Prozent der Frauen laut der Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) adipös waren. Zwar blieb die Häufigkeit von Übergewicht seit 2006/07 weitgehend unverändert, so die Statistik Austria, jedoch zeige der altersstandardisierte Zeitvergleich einen Anstieg der Fettleibigkeit. Demnach erhöhte sich der altersstandardisierte Anteil zwischen 2006/07 und 2025 an adipösen Personen bei Männern um rund sechs Prozentpunkte und bei Frauen um knapp vier Prozentpunkte.
Der Anteil der täglich Rauchenden lag 2025 bei rund 19 Prozent der Männer und knapp 15 Prozent der Frauen ab 15 Jahren, jedoch ergab die Befragung auch eine gestiegene Bedeutung von neuen Nikotinprodukten. Ein Alkoholkonsum mit erhöhtem Gesundheitsrisiko trat bei Männern zudem wesentlich häufiger auf als bei Frauen (15 Prozent gegenüber sechs).
Zufriedenheit mit Gesundheitssystem weiter hoch
Rund 14 Prozent der Personen ab 15 Jahren verbrachten in den zwölf Monaten vor der Befragung zumindest eine Nacht im Krankenhaus. Was die Zufriedenheit mit dem Gesundheitssystem betrifft, so blieb diese insgesamt hoch, hat sich aber gegenüber 2019 trotzdem merklich verschlechtert.
44 Prozent der Bevölkerung bewerteten 2025 die Qualität der medizinischen Versorgung als „hervorragend“ oder „sehr gut“, während das 2019 noch deutlich häufiger der Fall gewesen war, berichtete die Statistik Austria.
Source: ORF · ORF.at
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