Erinnerungsbuch

Wie Gustav Ernst in „Arbeiterkino“ dem Bezirk Favoriten ein Denkmal baut

Der Autor entsinnt sich seiner Kindheits- und Jugendjahre in sogenannten einfachen Verhältnissen. Das tut er unpathetisch und ungemein komisch

Heribert Corn

Autor Gustav Ernst: In "Arbeiterkino" blickt der Herausgeber der Zeitschrift "kolik" ohne Verklärung, aber mit einigem Augenzwinkern auf seine Favoritner Jugend zurück.

Als Parteigänger der gewöhnlichen Leute verbat es sich Bertolt Brecht, von denen, die in bedrängten Verhältnissen lebten, als „Volk“ zu sprechen. Allem anrüchig Völkischen zog Brecht den Begriff der „Bevölkerung“ jederzeit vor. Dieser mutet von vornherein technisch an. In ihm enthalten scheint die anonyme Vielzahl aller derjenigen, die, als Bewohner großer, unwirtlicher Städte in Statistiken geführt, ein mehr oder minder anonymes Dasein fristen. Die Rede ist von der Arbeiterschaft: In dieser sollen einmal, laut linker Überlieferung, Riesenpotenziale geschlummert haben. Das Proletariat schien geradezu auserkoren, zur totalen Umwälzung der gesellschaftlichen Verhältnisse beizutragen, und zwar an entscheidender Stelle. So lautete die Ansicht derer, die Marx kannten, deren Verständnis für ihn sich jedoch vornehmlich aus dem Hörensagen speiste.

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Source: Der Standard

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