Online seit heute, 23.47 Uhr
Nach Kritik an Präsident Wolodymyr Selenskyj werfen ukrainische Behörden seiner Ex-Pressesprecherin, Julia Mendel, Landesverrat vor. Sie betreibe „Informations- und Sabotageaktivitäten gegen die Ukraine“, teilte der Selenskyj unterstellte Geheimdienst SBU heute mit.
Nach einer Analyse ihrer öffentlichen Auftritte und Äußerungen seien die Staatsanwaltschaft und der SBU zu dem Schluss gekommen, dass Mendel das „Kreml-Regime“ und den russischen Krieg gegen die Ukraine rechtfertige.
Interview mit Carlson ausschlaggebend
Die Staatsanwaltschaft begründete den Verdacht unter anderem mit einem Interview Mendels mit dem früheren Fox-News-Moderator und Blogger Tucker Carlson. Aussagen wie „Ich glaube, dass die Ukraine kurz vor dem Verschwinden ist“ und „Sehen Sie, meine Nation degradiert“ seien von der russischen Propaganda verwendet worden. Zudem habe sie die Verbote in der heutigen Ukraine mit denen in der Sowjetunion verglichen.
Mit Mendels Äußerungen solle international der Eindruck erweckt werden, dass die Ukraine keine weitere Unterstützung verdiene und die ukrainische Führung ein Hindernis für Frieden darstelle, hieß es.
Mendel sieht sich bestätigt
Mendel wies den Vorwurf einer Tätigkeit im Interesse Russlands umgehend zurück. „Grund für diesen Verdacht waren meine öffentlichen Äußerungen in westlichen Medien und meine Beiträge in sozialen Netzwerken – insbesondere jene, die sich auf die Aufdeckung von Korruption im Umfeld von Selenskyj, die fehlende Meinungsfreiheit und politische Verfolgungen bezogen“, schrieb sie bei Facebook.
Source: ORF · ORF.at
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