Blutbild eines Theropoden

Versteinertes Blut in 115 Millionen Jahre altem Dinosaurierknochen entdeckt

In einem Raubsaurier aus Brasilien stießen Forschende auf Häm, das Herzstück des roten Blutfarbstoffs. Erhalten wurde es von Bakterien am Grund eines sauerstoffarmen Gewässers

Illustr.: Victor O. Leshyk

So könnte Aratasaurus museunacionali ausgesehen haben, ein rund drei Meter langer Raubdinosaurier, der vor 115 Millionen Jahren im heutigen Nordosten Brasiliens lebte. Vieles an diesem Bild ist Vermutung, denn erhalten ist von dem Tier nur ein Teil eines Hinterbeins. In dessen Knochen steckt allerdings etwas, das Fossilien nur selten preisgeben: mutmaßliche Spuren von Blut.

Im Jahr 2005 legten Forschende um die Paläontologin Mary Schweitzer Beinknochen eines Tyrannosaurus rex in eine Lösung, die das Mineral nach und nach herauslöste. Dabei blieb etwas zurück, das nach gängiger Lehrmeinung längst hätte verschwunden sein müssen: durchscheinende, biegsame Gefäße, in denen winzige rundliche Strukturen steckten. Ob es sich dabei um Blutgefäße und Blutkörperchen eines 68 Millionen Jahre alten Raubsauriers handelte, ist bis heute umstritten. Eine passende Form beweist wenig, solange die Chemie nicht mitspielt, und ein chemisches Signal kann ebenso gut aus dem umgebenden Gestein eingesickert sein. Überzeugen kann erst beides zusammen, und zwar an ein und derselben Stelle.

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Source: Der Standard

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