New York

Die traditionellen Pferdekutschen im New Yorker Central Park sollen bis 1. Juni 2028 abgeschafft werden. Der New Yorker Stadtrat stimmte am Donnerstag (Ortszeit) für ein Gesetz, das diese rund 150 Jahre alte Tradition beenden soll. Die Gewerkschaft kündigte juristische Schritte dagegen an.

Online seit heute, 8.27 Uhr

Der Bürgermeister New Yorks, Zohran Mamdani, und die Vorsitzende des New Yorker Stadtrats, Julie Menin, einigten sich auf den Gesetzesentwurf. Der Gesundheitsausschuss des Stadtrats stimmte dem Entwurf ebenfalls zu. Das Gesetz wurde mit einer klaren Mehrheit von 40 zu sieben Stimmen verabschiedet. Seine Regierung wolle nun dafür sorgen, dass die Rechte der Kutscher und Kutscherinnen, der Betreiber und Tiere geschützt werde, sagte Mamdani.

Er nannte aber keine Details, wie die wirtschaftlichen Folgen für die rund 200 Eigentümer, Fahrer und Stallarbeiter aufgefangen werden können und was mit den rund 180 Kutschpferden geschehen soll. Das soll in der zweijährigen Übergangszeit ausgearbeitet werden. Vor allem Tierschützer und Tierschützerinnen hatten schon lange ein Ende der Pferdekutschenfahrten im Central Park gefordert. Die Pferde seien überarbeitet, gerieten leicht in Panik und seien schlecht untergebracht, so die Kritik.

Befürworter des New Yorker Pferdekutschenverbots jubeln nach der Bekanntgabe des Abstimmungsergebnisses
Die Befürworter des Verbots zeigten sich über den Beschluss erfreut

Gewerkschaft will vor Gericht ziehen

Die Betreiber der Kutschenfahrten wiesen diese Vorwürfe zurück. Sie hatten statt des Verbots mehr Regulierung gefordert und der Immobilienbranche die Schuld an der Verbotsregelung gegeben. Diese hoffe darauf, so die Betreiber, die vor allem an der Westseite Manhattans gelegenen Ställe lukrativ nutzen zu können. Der Stadtrat wies diesen Vorwurf zurück.

Die Gewerkschaft Transport Workers Union Local 100, die die Kutschenbetreiber vertritt, kündigte an, das Gesetz vor Gericht anzufechten, berichtete die „New York Times“ („NYT“). Die Pferde seien gut versorgt und streng reguliert. Sie kritisierte zudem, dass der angekündigte „Übergangsplan für die Pferdekutschenbranche“ leere Versprechen seien. Auch US-Präsident Donald Trump hatte sich in die Debatte eingeschaltet. Das Ende der „fundamentalen New-York-Erfahrung“ sei „so traurig“. „Ein weiteres Stück Geschichte, das verschwindet. Es wird vermisst werden.“

New Yorker Kutschenpferde in einem Stall
Tierschützer kritisieren die Unterbringung der Pferde

Tödlicher Unfall fachte Diskussion neu an

Neu waren die Diskussionen und Initiativen für ein Verbot nicht. Schon Mamdanis Vorgänger Bill de Blasio unternahm einen Vorstoß in diese Richtung, der allerdings zu keinem Ergebnis kam. Größer wurde das Thema vor allem dann, wenn es Unfälle mit Pferden gab.

Zuletzt gab es im Juni einen besonders dramatischen Unfall, als ein 18-jähriger Tourist aus Indien bei einer Kutschenfahrt starb. Er war seiner Mutter aus einer Kutsche hinterhergesprungen, nachdem sie herausgeschleudert worden war. Dieser tragische Unfall gab der langjährigen Kritik von Tierschützern wieder Auftrieb.

Wien: Hitzefrei ab 30 Grad für Fiakerpferde gefordert

Auch in Wien gibt es immer wieder Diskussionen über die Fiaker. Erst am Donnerstag überreichte der Verein gegen Tierfabriken (VGT) dem Wiener Tierschutzstadtrat Jürgen Czernohorzsky (SPÖ) eine auf insgesamt mehr als 90.000 Stimmen gewachsene Petition, die für die Wiener Fiakerpferde bereits ab 30 Grad hitzefrei fordern statt der bisher vorgeschriebenen 35 Grad. Zugleich steigt offenbar die Nachfrage. Diese sei vor allem nach der Pandemie exorbitant gestiegen, hieß es vom Marktführer Silvia Paul Fiakerbetriebe.

Im internationalen Vergleich gelten die Tierschutzregeln in Wien als streng. Die Fiaker dürfen – abgesehen von Sonderregeln – nur zwischen 11.00 Uhr und dem späteren Abend verkehren. Jedes der rund 300 Tiere darf höchstens 18 Tage im Monat eingesetzt werden.

Source: ORF · ORF.at

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