Online seit heute, 19.28 Uhr
Gegen den ehemaligen Chef der ungarischen Notenbank, György Matolcsy, ist eine Untersuchungshaft angeordnet worden. Das zuständige Budapester Gericht verhängte heute auf Antrag der Staatsanwaltschaft eine einmonatige Untersuchungshaft. Matolcsy war am Mittwoch im Rahmen einer groß angelegten Razzia durch die ungarische Zentrale Ermittlungsstaatsanwaltschaft (KNYF) verhaftet worden.
Unter Führung von Matolcsy-Nachfolger Mihaly Varga hatte die Ungarische Nationalbank (MNB) Strafanzeige erstattet, unter anderem wegen des Verdachts auf Veruntreuung, Misswirtschaft, Betrug und Amtsmissbrauch.
Netzwerk von Familie und Freunden
Laut Untersuchungen des Staatlichen Rechnungshofes sollen während der Amtszeit von Matolcsy (2013-2025) enorme Summen an Steuergeldern über Stiftungen der MNB in Netzwerke seiner Familie und Freunde abgeflossen sein. Es handle sich um einen Verlust von rund 500 bis 560 Milliarden Forint (1,37 bis 1,53 Mrd. Euro). Matolcsy gilt als enger Vertrauter des abgewählten rechtsnationalen Premiers Viktor Orban.
Die Untersuchungen konzentrierten sich ebenso auf Finanztransaktionen und Immobiliengeschäfte mit öffentlichen Geldern, die auch im Zusammenhang mit Ádám Matolcsy, dem Sohn des Ex-Notenbankchefs, stehen. Gegen ihn gibt es inzwischen einen internationalen Haftbefehl.
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Source: ORF · ORF.at
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