Online seit heute, 12.04 Uhr
Der ehemalige Präsident der Ungarischen Nationalbank (MNB), György Matolcsy, ist heute im Rahmen einer großangelegten Razzia verhaftet worden. Diese Festnahme erfolgte durch die Zentrale Ermittlungsstaatsanwaltschaft (KNYF), berichteten ungarische Medien.
Unter der Führung von Matolcsys Nachfolger Mihaly Varga hatte die Bank Strafanzeige erstattet, unter anderem wegen des Verdachts auf Untreue, Misswirtschaft, Betrug und Amtsmissbrauch.
Zu den Beschuldigungen gegen Matolcsy gehören schwerer wirtschaftlicher Betrug mit erheblichen finanziellen Schäden und Urkundenfälschung, bestätigte sein Anwalt Pal Batki laut dem Onlineportal Telex. Er war bis 2025 an der Spitze der Nationalbank gestanden.
Milliarden an Steuergeldern veruntreut
Die Ermittlungen gegen Matolcsy und dessen Umfeld begannen, nachdem Berichte des Rechnungshofes (ASZ) offenlegten, dass während seiner Amtszeit enorme Summen an Steuergeldern über Stiftungen der MNB in Netzwerke seiner Familie und Freunde geflossen sein sollen. Nach Angaben des ASZ handle es sich um einen Verlust von bis zu 560 Milliarden Forint (rund 1,5 Mrd. Euro).
Die Untersuchungen konzentrierten sich auf Finanztransaktionen und Immobiliengeschäfte mit öffentlichem Geld, die auch im Zusammenhang mit Adam Matolcsy, dem Sohn des Ex-Notenbankchefs, stehen. Das Stiftungsnetzwerk von Matolcsy war unmittelbar nach seinem Amtsantritt 2013 gegründet worden. Er galt als enger Vertrauter des abgewählten Premiers Viktor Orban.
Matolcsy war bereits im September im Zusammenhang mit einem Verfahren um die Erste Group und mutmaßlichen Amtsmissbrauch als Verdächtigter verhört worden.
Source: ORF · ORF.at
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