Österreicherin getötet

Bei dem mutmaßlich rechtsextrem motivierten Anschlag in Krakau mit sechs Toten und 15 Verletzten am Samstag ist eine Niederösterreicherin ums Leben gekommen. Auch ihr Mann wurde durch die Schüsse des Attentäters verletzt. Die heimische Politik zeigte sich bestürzt. Am Sonntag leitete die polnische Staatsanwaltschaft Terrorermittlungen ein.

Online seit heute, 20.32 Uhr

Bei der Getöteten handelt es sich laut APA um eine 51 Jahre alte Frau aus dem Bezirk Gänserndorf (Niederösterreich). Sie dürfte sich mit ihrem Ehemann zu einem Kurzurlaub in Krakau aufgehalten haben. Zum Grad der Verletzungen des Mannes lagen am Sonntagabend keine bestätigten Informationen vor.

Staatstrauer in Polen: Anschlag fordert sechs Todesopfer

Bei dem Anschlag in Krakau sind sechs Menschen ums Leben gekommen, darunter eine 51-jährige Frau aus dem Bezirk Gänserndorf in Niederösterreich. Ihr Ehemann wurde verletzt. Die Behörden ermitteln wegen Terrorverdachts.

„Besonders nahe geht uns diese abscheuliche Tat, weil auch einer Niederösterreicherin das Leben genommen und ihr Ehemann verletzt wurde. Meine Gedanken sind bei ihrer Familie und allen Angehörigen der Opfer. Ihnen gilt mein tief empfundenes Mitgefühl“, sagte Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) .

Den Verletzten wünsche sie eine rasche und vollständige Genesung, betonte Mikl-Leitner: „Terror und Gewalt dürfen in unserer Gesellschaft keinen Platz haben. Gerade in diesen schweren Stunden müssen wir zusammenstehen. Denn Hass und Extremismus dürfen niemals stärker sein als unser Zusammenhalt“ – mehr dazu in noe.ORF.at.

Schock und Mitgefühl bei Regierung

Zuvor hatte sich Außenministerin Meinl-Reisinger bestürzt gezeigt. Österreich stehe „in engem Austausch mit den polnischen Behörden“, so Meinl-Reisinger, man würde alles daran setzen, die Angehörigen in dieser Situation „bestmöglich zu unterstützen“. Dem verletzten Mann und den Angehörigen sprach die Ministerin ihr „aufrichtiges Mitgefühl“ aus.

Auch Bundespräsident Alexander von der Bellen schrieb auf X: „Mit tiefer Betroffenheit habe ich erfahren, dass in Krakau gestern auch eine Österreicherin ihr Leben verloren hat. Ihr Ehemann wurde verletzt. Unsere Gedanken sind in dieser schweren Zeit bei ihrer Familie und bei ihren Freundinnen und Freunden.“

„Tief schockiert“ zeigte sich auch Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP). Er sprach auf X von einem „brutalen Terroranschlag“ und ortete „einen feigen Überfall auf unschuldige Menschen“. Er sei „zutiefst erschüttert“, so Stocker: „Mein herzliches Mitgefühl und meine Gebete gelten der Familie sowie allen Opfern und ihren Angehörigen.“ Dem polnischen Regierungschef Donald Tusk versicherte Stocker seine feste Solidarität.

Staatstrauer in Polen

Indes begann in Polen die zweitägige Staatstrauer. Zuvor nahm die Staatsanwaltschaft offiziell ihre Ermittlungen auf. Ermittelt werde wegen der Tötung von sechs Personen sowie des versuchten Mordes an zahlreichen weiteren Personen, darunter Polizeibeamte, „wobei diese Tat einen terroristischen Charakter aufwies“, teilte die Staatsanwaltschaft des Landes auf X mit.

Babutzky: Polen steht Sicherheitsdiskussion bevor

ORF-Korrespondent Peter Babutzky berichtete aus Krakau über die anhaltende Fassungslosigkeit nach dem Anschlag. Polen, bisher von solchen Terrorakten verschont, steht nun vor der Frage, ob ausreichende Sicherheitsvorkehrungen getroffen wurden.

Innenminister: Schütze mit „rechtsextremen Ideologien“

Polens Premier Tusk sprach schon am Samstag von „Terrorismus“. Laut Polens Innenminister Marcin Kierwinski war der mutmaßliche Schütze von „rechtsextremen Ideologien fasziniert“. Darauf deute „alles“ hin, sagte Kierwinski am Samstagabend. Verteidigungsminister Wladyslaw Kosiniak-Kamysz sprach von einem „terroristischen Akt“.

Ein Mann hatte am Samstag laut Polizei wahllos aus einem Auto heraus geschossen und vier Frauen sowie zwei Männer getötet. Drei weitere Leichen wurden im Haus des Mannes gefunden. Mindestens 16 Menschen wurden verletzt. Zwölf Verletzte seien in kritischem Zustand, hieß es am Vormittag.

Eltern und Schwester tot aufgefunden

Unter den Toten sei auch ein Brite, hieß es laut Polizei. Der Täter sei angeschossen und festgenommen worden. Tusk sagte, im Haus des Mannes seien drei weitere Tote gefunden worden. Das gehe aus Aufnahmen einer Drohne hervor, sagte der polnische Regierungschef bei einer Pressekonferenz des Krisenstabs. Es handle sich um zwei Frauen und einen Mann. Am Sonntag berichtete der polnische Sender RMF FM, dass es sich dabei um die Eltern und die Schwester des Mannes handeln soll. Der Sender berief sich auf den Sprecher der polnischen Polizeizentrale in Warschau, Andrzej Fijolek.

Die Drohne war zum Einsatz gekommen, weil die Behörden vermuteten, es könnte sich Sprengstoff im Haus des Verdächtigen befinden. Der Verdächtige war von Beamten angeschossen und verletzt worden. Er sei in ein Spital gebracht worden, schrieb die Polizei auf der Plattform X. Der Mann habe sich nicht ergeben wollen, sondern auf einschreitende Beamte gefeuert. Zwei Polizisten seien dabei verletzt worden. Man gehe von einem Einzeltäter aus, teilte die Polizei mit.

Weitere Waffen in Auto und Haus gefunden

Laut der Polizei von Krakau feuerte der Verdächtige mit einem halbautomatischen Sturmgewehr und trug bei der Attacke Tarnkleidung. Im Fahrzeug des Schützen sowie im Haus seien weitere Waffen sowie Munition gefunden worden, sagte eine Polizeisprecherin.

Nach Angaben des polnischen Onlinemediums Onet konnte die Polizei den Mann bereits am Nachmittag identifizieren. Das Innenministerium bestätigte am Abend, dass es sich beim Tatverdächtigen um einen 25 Jahre alten Polen handle.

Source: ORF · ORF.at

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