Drei bis fünf für 007
15 Jahre lang hat Daniel Craig James Bond gespielt. Doch schon vor dem bisher letzten Film „Keine Zeit zu sterben“ von 2021 hatte die große Debatte begonnen, wer als Nächster in die Rolle des Agenten schlüpfen soll. Laut US-Medien wird es jetzt ernst: Dieser Tage sollen drei bis fünf Schauspieler einen Castingprozess durchlaufen. Fest zu stehen scheint: Einen radikalen Bond-Wechsel, wie er öfter debattiert wurde, wird es nicht geben.
Online seit heute, 19.23 Uhr
Vor einigen Jahren kursierten Gerüchte über eine „Person of Colour“ als Bond, der Brite Idris Elba wurde dabei immer wieder genannt, winkte aber ab. Auch dass Bond eine Frau werden könnte, wurde diskutiert. Barbara Broccoli, Bond-Produzentin von 1996 bis 2025, widersprach dem.
Doch seit 2015 hat Amazon die kreative Kontrolle: Eon Productions der Familie Broccoli übertrug die Rechte an Amazon, das sich schon drei Jahre zuvor mit 50 Prozent in das Filmstudio eingekauft hatte. Die nun durchgesickerten Namen deuten aber darauf hin, dass sich auch die neuen Chefs traditionsreich geben.
Wie die Branchenblätter „Hollywood Reporter“ und „Variety“ berichteten, sollen – je nach Quellen – drei bis fünf Schauspieler für dieses Wochenende nach London eingeladen worden sein, um vor der Kamera zu zeigen, dass sie 007-würdig sind. Getestet würden Stunts, Kamerapräsenz und Dialoge, hieß es in den Berichten.
Zwei oder drei Namen angeblich fix
Genannt wurden auch Namen: Callum Turner wurde durch die Serie „Glue“ bekannt und spielte unter anderem in der Filmreihe „Phantastische Tierwesen“. Der Londoner ist seit 2024 mit der Sängerin Dua Lipa verheiratet.
Ebenfalls kolportiert wurde die Teilnahme von Jack Lowden, der vor allem mit der Spionagethriller-Serie „Slow Horses“ bekannt wurde. Sein Serienpartner Gary Oldman hatte Anfang September die Gerüchte über eine Bond-Rolle für Lowden befeuert. Die Ehefrau des Briten, die Schauspielerin Saoirse Ronan, spielte das in Interviews herunter: Irgendwer müsse zu Hause kochen und mit dem Hund Gassi gehen, das beschäftige sie.
Während „Hollywood Reporter“ und „Variety“ nur die beiden Schauspieler nannten, hat die Filmwebsite Deadline einen dritten Namen auf der Liste: Josh O’Connor, der bisher vor allem in Historiendramen von der Serie „The Crown“ bis zu den Streifen „The Mastermind“ und „The History of Sound“ Aufsehen erregte.
Mehrere Kandidaten aus dem Rennen – wahrscheinlich
Wer der oder die weiteren Kandidaten sind, darüber herrscht Rätselraten. Laut „Hollywood Report“ ist der Australier Jacob Elordi, der zuletzt in „Wuthering Heights“ zu sehen war, nicht mit von der Partie. Andere Quellen nennen ihn weiterhin als Kandidaten.
Immer wieder fiel in der Vergangenheit der Name Jack O’Connell, der in „Sinners“ und in zwei „28 Years Later“-Streifen auftrat. Dem Vernehmen nach ist er nicht dabei. Dafür verweist der britische Boulevard darauf, dass Richard Madden, bekannt als Robb Stark in „Game of Thrones", bei den Bond-Wetten der Buchmacher einen großen Sprung nach vorn gemacht hat.
Lange Liste an „Geheimtipps“
Allerdings sind die Spekulationen in den vergangenen Jahren quasi zum Volkssport der einschlägigen Medien, vor allem in Großbritannien, geworden. In der Gerüchteküche wird nicht nur gerührt, sondern auch ordentlich geschüttelt: Beinahe jeder einigermaßen ansehnliche und halbwegs bekannte britische Schauspieler zwischen 35 und 45 wurde schon von irgendjemandem als Geheimtipp für die Bond-Rolle genannt.
Darunter sind der noch eher unbekannte Brite Jack Barton, der Ire Paul Mescal („Gladiator II“), Harris Dickinson („Babygirl“ an der Seite von Nicole Kidman), Aaron Pierre („Krypton“), James Norton („House of Guinness“), Theaterschauspieler Tom Francis und Theo James, der etwa in der zweiten Staffel von „White Lotus“ mitwirkte.
Regie und Buch schon lange fix
Amazon kommentierte die Berichte nicht. Schon im Frühjahr hatte es in einer Stellungnahme geheißen, die Suche nach dem neuen Bond-Darsteller laufe. Deadline spekulierte, dass die Entscheidung noch heuer veröffentlicht werde. Der nächste Bond-Film soll 2028 in die Kinos kommen, Regie führt der Kanadier Denis Villeneuve, der unter anderem „Blade Runner 2049“ und „Dune“ inszenierte. Das Buch stammt von Steven Knight, dem Schöpfer der Erfolgsserie „Peaky Blinders“.
Source: ORF · ORF.at
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