Fall auch in Österreich
Auch in Österreich ist nun ein Fall von Nägeln in Halloween-Zuckerln publik geworden: Im Linzer Stadtteil Oed entdeckte ein Vater gleich in mehreren Süßigkeiten seiner Kinder Nägel. Die Polizei ermittelt und warnte vor dem Verzehr von Halloween-Süßigkeiten. Auch in Deutschland laufen die Nachforschungen auf Hochtouren, ein Mädchen verletzte sich mit einem manipulierten Schokoriegel. Ob ein Zusammenhang zwischen den Fällen besteht, ist noch unklar.
Online seit heute, 16.50 Uhr
Eine Sprecherin des Innenministeriums sagte gegenüber ORF.at, dass die „Ermittlungen laufen“. Nach „derzeitigem Ermittlungsstand“ gebe es nur einen Fall in Österreich. Weitere Details wurden bisher nicht bekanntgegeben. Die oberösterreichische Polizei warnte am Vormittag, dass Halloween-Süßigkeiten, die im Bereich Linz-Oed gesammelt wurden, vorher genau kontrolliert werden sollten – mehr dazu in ooe.ORF.at.
In Deutschland wurden mittlerweile in großen Teilen des Landes Funde von Nägeln, Nadeln und Schrauben in Süßwaren gemeldet. Im bayrischen Landshut etwa steckten Schrauben in Kaubonbons und Schokoriegeln. Eine Neunjährige aus Hannover fand in drei einzeln verpackten Süßigkeiten – einem Schokoriegel und zwei Kaubonbons – jeweils eine Nähnadel. In Essen bemerkte ein Vater verdächtige Einstichlöcher in der Verpackung eines Schokoriegels, den sein 13-jähriger Sohn bekommen hatte. Er entdeckte eine spitze Nadel.
Durch einen manipulierten Schokoriegel verletzte sich mittlerweile ein Mädchen in Niedersachsen. Die Neunjährige erlitt durch eine gut fünf Zentimeter lange Stecknadel in dem Riegel eine Verletzung an der Zunge, als sie die Süßigkeit naschen wollte, wie die Polizei mitteilte. Zur Schwere der Verletzung konnte die Polizei nichts sagen.
Bericht über manipulierten Schokoriegel im Supermarkt
In Garbsen bei Hannover meldete eine Frau eine Nähnadel in einem Schokoriegel, den sie nach eigenen Angaben am Freitag bei einem Lebensmittelhändler gekauft hatte. An der Verpackung und der Süßigkeit seien keine Auffälligkeiten erkennbar gewesen, die auf eine Manipulation hingedeutet hätten.
Mittlerweile meldete sich der Diskonter Lidl in dem Fall zu Wort: „Wir nehmen den Hinweis sehr ernst“, teilte das Unternehmen auf Anfrage der dpa mit. Zu Ursachen und weiteren Hintergründen äußerte sich Lidl unter Verweis auf das laufende Ermittlungsverfahren nicht.
Verweis auf ärztliche Hilfe, Warnung vor Panik
Besteht der Verdacht, dass ein Kind eine Nadel verschluckt hat, ist sofort ärztliche Hilfe erforderlich: Spitze Gegenstände können schwere innere Verletzungen verursachen. Die Polizei in Deutschland sagte auch, dass verdächtige Süßigkeiten samt Verpackung aufbewahrt und der Polizei gemeldet werden sollen. „Mögliche Fremdkörper sollten nach Möglichkeit nicht selbst entfernt werden, um vorhandene Spuren zu erhalten“, so die Polizei in Konstanz am Bodensee.
Gleichzeitig warnen die Behörden aber vor Panik. „Nicht jeder Kopfschmerz oder jede Übelkeit muss auf den Verzehr von möglicherweise manipulierten Süßigkeiten zurückzuführen sein“, schrieb etwa die Polizei Bad Segeberg im deutschen Bundesland Schleswig-Holstein.
Ermittlungen schwierig
Die Herkunft einzelner Süßigkeiten lässt sich nur schwer rekonstruieren. Nachdem Kinder an zahlreichen Haustüren läuten, fällt es im Nachhinein schwer zu sagen, woher welche Süßigkeit stammt. Entsprechend schwierig werden sich wohl die Untersuchungen gestalten, da damit gleich ganze Straßenzüge untersucht werden müssen.
Auch in früheren Jahren gab es ähnliche Funde. 2025 entdeckte etwa eine Mutter in Mittelfranken einen zwei Zentimeter langen Nagel in einer Süßigkeit ihrer Tochter. Die aktuelle Häufung von Fällen in Deutschland und nun auch mit einem Fall in Österreich ist jedenfalls sehr auffällig. Inwieweit etwa ein Aufruf in sozialen Netzwerken dahinterstehen könnte, ist noch völlig unklar. In Deutschland machte das Bundeskriminalamt bisher keine Angaben zu Details.
Source: ORF · ORF.at
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