Krakau
Auch eine Österreicherin ist bei dem Anschlag im polnischen Krakau ums Leben gekommen. Das schrieb Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (NEOS) am Sonntag auf X. Der Ehemann der getöteten Frau wurde zudem verletzt, wie es weiter hieß. Zuvor war nur von einem verletzten Österreicher die Rede. Die Behörden ermitteln indes nun offiziell wegen einer terroristischen Straftat.
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Die Außenministerin zeigte sich bestürzt. Österreich stehe „in engem Austausch mit den polnischen Behörden“, so Meinl-Reisinger, man würde alles daran setzen, die Angehörigen in dieser Situation „bestmöglich zu unterstützen“. Dem verletzten Mann und den Angehörigen sprach die Ministerin ihr „aufrichtiges Mitgefühl“ aus.
Indes begann in Polen die zweitägige Staatstrauer. Zuvor nahm die Staatsanwaltschaft offiziell ihre Ermittlungen auf. Ermittelt werde wegen der Tötung von sechs Personen sowie des versuchten Mordes an zahlreichen weiteren Personen, darunter Polizeibeamte, „wobei diese Tat einen terroristischen Charakter aufwies“, teilte die Staatsanwaltschaft des Landes auf X mit.
Innenminister: Schütze mit „rechtsextremen Ideologien“
Polens Premier Donald Tusk sprach schon am Samstag von „Terrorismus“. Laut Polens Innenminister Marcin Kierwinski war der mutmaßliche Schütze von „rechtsextremen Ideologien fasziniert“. Darauf deute „alles“ hin, sagte Kierwinski am Samstagabend. Verteidigungsminister Wladyslaw Kosiniak-Kamysz sprach von einem „terroristischen Akt“.
Ein Mann hatte am Samstag laut Polizei wahllos aus einem Auto heraus geschossen und vier Frauen sowie zwei Männer getötet. Drei weitere Leichen wurden im Haus des Mannes gefunden. Mindestens 16 Menschen wurden verletzt. Zwölf Verletzte seien in kritischem Zustand, hieß es am Vormittag.
Eltern und Schwester tot aufgefunden
Unter den Toten sei auch ein Brite, hieß es laut Polizei. Der Täter sei angeschossen und festgenommen worden. Tusk sagte, im Haus des Mannes seien drei weitere Tote gefunden worden. Das gehe aus Aufnahmen einer Drohne hervor, sagte der polnische Regierungschef bei einer Pressekonferenz des Krisenstabs. Es handle sich um zwei Frauen und einen Mann. Am Sonntag berichtete der polnische Sender RMF FM, dass es sich dabei um die Eltern und die Schwester des Mannes handeln soll. Der Sender berief sich auf den Sprecher der polnischen Polizeizentrale in Warschau, Andrzej Fijolek.
Die Drohne war zum Einsatz gekommen, weil die Behörden vermuteten, es könnte sich Sprengstoff im Haus des Verdächtigen befinden. Auch Tusk sprach von einem Akt des „Terrorismus“. Er kündigte für Sonntag und Montag zwei landesweite Trauertage an.
Der Verdächtige war von Beamten angeschossen und verletzt worden. Er sei in ein Spital gebracht worden, schrieb die Polizei auf der Plattform X. Der Mann habe sich nicht ergeben wollen, sondern auf einschreitende Beamte gefeuert. Zwei Polizisten seien dabei verletzt worden. Man gehe von einem Einzeltäter aus, teilte die Polizei mit.
Weitere Waffen in Auto gefunden
Laut der Polizei von Krakau feuerte der Verdächtige mit einem halbautomatischen Sturmgewehr und trug bei der Attacke Tarnkleidung. Im Fahrzeug des Schützen seien weitere Waffen sowie Munition gefunden worden, sagte eine Polizeisprecherin.
Tote nach Schüssen in Krakau
Bei einer Schussattacke auf dem Hauptplatz der polnischen Stadt Krakau sind mindestens sechs Menschen getötet und viele weitere verletzt worden. Der Täter schoss laut Polizei aus einem fahrenden Auto auf Passanten und wurde später bei einem Schusswechsel mit der Polizei verletzt. Die Ermittlungen laufen.
Nach Angaben des polnischen Onlinemediums Onet konnte die Polizei den Mann bereits am Nachmittag identifizieren. Das Innenministerium bestätigte am Abend, dass es sich beim Tatverdächtigen um einen 25 Jahre alten Polen handle.
Bericht: Schütze nach Autounfall gefasst
Die Nachrichtenagentur PAP berichtete unter Berufung auf einen Fotoreporter, dass der mutmaßliche Täter auf seiner Flucht an einer Kreuzung mit einem anderen Auto zusammengestoßen sei.
Er sei daraufhin aus seinem Fahrzeug gesprungen und habe auf die Einsatzkräfte geschossen. Diese hätten das Feuer erwidert und den Mann letztlich festgenommen. In seinem Kofferraum seien unter anderem ein Militärrucksack und ein Bajonett gefunden worden.
Präsident bestürzt
Polens Präsident Karol Nawrocki sagte, seine Gedanken seien bei den Opfern, den Verletzten und deren Familien. Mit rund 800.000 Einwohnerinnen und Einwohnern ist Krakau die zweitgrößte Stadt Polens.
Source: ORF · ORF.at
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