Debattengeschichte

NS-Gräuel: Als Philosoph Burger für ein Ende der Gedenkindustrie plädierte

Ein umfangreicher Dokumentationsband mit Titel „Erinnern oder vergessen?“ erinnert an Rudolf Burgers geharnischte Kritik am Konzept der „Verdrängung“

Heribert CORN, corn@corn.at

Philosoph Rudolf Burger (1938-2021) kritisierte 2001 vehement die Auswüchse, wie er meinte, der Gedenkkultur. Seine in Teilen brillante Intervention zog heftige Kritik auf sich.

Nach Veröffentlichung von Die Irrtümer der Gedenkpolitik wurde es rund um Rudolf Burger frei und licht auf Wiener Trottoirs. Sahen Freunde und Bekannte die charakteristisch elegante Figur des Philosophen – einer Art Wiedergänger des britischen Gentlemans, mit hierorts kultivierten Mitteln – nur von weitem, so wechselten sie unverzüglich die Straßenseite. Der Grund lag auf der Hand. Der Skandal gehörte zur Aufregung rund um die Regierungsbildung von Schüssel und Co.

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Source: Der Standard

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