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Die Beliebtheit der „Opferthese“ über die Rolle Österreichs im Nationalsozialismus hat über die letzten Jahrzehnte deutlich abgenommen. 2026 gab in einer Umfrage mit 26 Prozent aber immer noch ein Viertel an, dass Österreich das erste Opfer Hitlerdeutschlands war.

2008 glaubte das mit 33 Prozent ein Drittel, 1987 mit 48 Prozent knapp die Hälfte, wie eine Studie des Analytix-Instituts anlässlich der Novemberpogrome 1938 zeigt.

Die Studie vergleicht repräsentative Umfragen aus drei Jahren. Befragt wurden 1987 sowie 2026 je 1.000 und 2008 500 wahlberechtigte Österreicherinnen und Österreicher (Schwankungsbreite: 3,1 bzw. 4,4 Prozentpunkte). Mit 59 Prozent war bei der heurigen Befragung die Mehrheit davon überzeugt, dass Österreich Mittäter war. 2008 dachten das noch 48, 1987 gar nur 24 Prozent.

63 Prozent laut Umfrage gut über März 1938 informiert

Heuer fühlten sich 63 Prozent der Probanden über die Ereignisse im März 1938, als Österreich an Deutschland angeschlossen wurde, sehr gut oder eher gut informiert, 33 Prozent weniger oder überhaupt nicht gut. „Die Daten zeigen, dass die österreichische Erinnerungskultur nicht in Richtung Vergessen geht“, so Studienautor Johannes Klotz.

„Gesellschaftliche Auseinandersetzung mit der Vergangenheit verschwindet nicht, wenn die Zeitzeugen verschwinden“, sagte indes Studienautor Reinhard Heinisch. Vielmehr gewinnen Institutionen laut der Studie gegenüber persönlicher Überlieferung an Bedeutung. Ihr Wissen über den März 1938 beziehen 61 Prozent der 2026 Befragten aus der Schule, ebenso viele aus den klassischen Medien. 40 Prozent haben ihre Informationen aus Museen und Gedenkstätten, 28 Prozent von Freunden und Familie und 12 Prozent aus Sozialen Medien.

Source: ORF · ORF.at

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