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Ex-Wirecard-Chef Jan Marsalek, der per internationalem Haftbefehl wegen Betrugs und in mehreren europäischen Ländern wegen Spionage für russische Nachrichtendienste gesucht wird, will am Rücktritt des früheren Bundeskanzlers Sebastian Kurz (ÖVP) beteiligt gewesen sein.
„Wir“ hätten Kurz „erfolgreich gestürzt“, schrieb er laut Medienberichten vom Wochenende zwei Wochen danach an Orlin Roussev, einen in Großbritannien zu mehrjähriger Haft verurteilten Anführer einer Spionagegruppe.
Marsalek an Beschlagnahme von Handy beteiligt?
Konkret soll Marsalek in der Nachricht aus dem Oktober 2021 behauptet haben, er sei an der Beschlagnahme des Handys des engen Kurz-Vertrauten und früheren Finanzministerium-Spitzenbeamten Thomas Schmid beteiligt gewesen, der die „geheime Wahlkampffinanzierung“ von Kurz verwaltet hätte.
Schmids Mobiltelefon wurde bereits Ende 2019 beschlagnahmt, die darauf befindlichen Nachrichten waren Auslöser diverser Korruptionsermittlungen zu politischer Postenbesetzung – und auch der Inseraten-Affäre, die schließlich zu Kurz’ Rücktritt führte. Mittlerweile ist Schmid Kronzeuge der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA).
Das Ganze sei eine „ziemlich chaotische Geschichte“ gewesen, soll Marsalek Roussev geschrieben haben. Die übrigen Chats hätten den Kanzler dann „erledigt“. Die Nachrichten stammen aus Ermittlungsunterlagen, die die britische Polizei Anfang 2023 bei der Festnahme des Spionagenetzwerks um den Bulgaren Roussev sichergestellt hatte und über die mehrere Medien des Axel Springer Global Reporters Network wie die deutsche „Bild“-Zeitung und der britische „Telegraph“ berichtet haben.
Keine Beweise für Behauptungen
Offen ist allerdings, ob Marsalek tatsächlich mit der Beschlagnahme von Schmids Handy und Kurz’ Rücktritt zu tun hatte. In den Unterlagen gebe es dafür keinen unabhängigen Beweis, wird in den Medienberichten eingeräumt.
Source: ORF · ORF.at
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