Carina Sacher, Gabu Heindl, Alexander Machatschke
Kommunaler Wohnbau ist soziale Infrastruktur und keine Ware
Der öffentliche Wohnbau in Österreich ist ein zentraler Pfeiler der Wohn- und Sozialpolitik, um den uns die Welt beneidet. Aber es gibt Grund zur Sorge. Denn manche Gemeinden haben Gemeindewohnungen bereits verkauft, verkaufen sie derzeit oder denken über einen Verkauf nach
Nicht nur in Wien, wie hier der Schlingerhof im 21. Bezirk, gibt es Gemeindebauten. Viele Gemeinden haben oder wollen aber verkaufen.
Ende September ist die Privatisierung von drei Vierteln des kommunalen Wohnungsbestands der Stadt Wiener Neustadt abgeschlossen worden. Von 1646 Gemeindewohnungen gingen mehr als 75 Prozent an private Immobilienunternehmen, der Rest an gemeinnützige Wohnbauträger. Der Gemeinderat beschloss die sogenannte „Neu-Ordnung des sozialen, kommunalen Wohnbaus“ vor einem Jahr unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Damit sind nicht nur die Wohnungen, sondern auch die dazugehörigen Grundstücke nicht mehr im öffentlichen Eigentum. Wiener Neustadt verabschiedet sich von seinem Erbe einer Wohn- und Sozialpolitik, die nach dem Zweiten Weltkrieg Wohnraum auf Dauer sichern sollte.
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Source: Der Standard
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