1931–2026

Der Schriftsteller und Illustrator Horst Eckert, weltweit unter seinem Künstlernamen Janosch bekannt, ist tot. Er starb am Dienstag im Alter von 95 Jahren auf Teneriffa, wie sein Tübinger Verleger Bernhard Feil der dpa am Mittwoch mitteilte. Der Künstler schuf Kindergeschichten wie „Oh, wie schön ist Panama“ und „Post für den Tiger“ sowie unter anderem auch die bekannte Figur der Tigerente.

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Mit seinen liebevoll illustrierten Büchern begeisterte er seit den 1970er Jahren Kinder in aller Welt. Seine Werke wurden in rund 40 Sprachen übersetzt, ihre Gesamtauflage geht in die Millionen. Janosch wurde zur Marke – vor allem dank seiner Figuren Tiger, Bär und Tigerente. Sie wurden erfolgreich in Lizenz vermarktet und zierten Tassen, Fahrräder, Schnuller und vieles mehr.

Geboren wurde Janosch am 11. März 1931 im oberschlesischen Bergarbeiterort Zabrze (heute Polen) als Horst Eckert. Seine Kindheit war geprägt von Armut, Gewalt und der Alkoholsucht seines Vaters. Rückschläge prägten auch den Beginn seiner künstlerischen Laufbahn, darunter eine Ablehnung durch die Kunstakademie in München.

Illustrator und Geschichtenerzähler Janosch posiert vor einem seiner Bilder
Tiger, Bär und Tigerente waren Markenzeichen des Künstlers

„Ich wollte ein Kitschbuch machen“

Und auch erste Bücher wie „Die Geschichte vom Pferd Valek“ hatten keinen rechten Erfolg. So sann er auf Protest: „Ich wollte ein Kitschbuch machen“, sagte er einst in einer Dokumentation: „Es muss ein Kuschelbär dabei sein, und der Bär muss eine Reise machen und er muss einen Freund haben. Und schon fangen die Weiber an zu heulen.“

Dieses „Kitschbuch“ hatte eine ungeahnte Wirkung. „Oh, wie schön ist Panama“ bescherte dem Künstler den lang ersehnten Durchbruch. Seit dem ersten Erscheinen 1978 verkaufte sich das Werk nach Angaben des Beltz-Verlages weltweit mehr als zwei Millionen Mal und es wurde in unzählige Sprachen übersetzt.

Andere Werke wie „Kasper Mütze“ und „Lari Fari Mogelzahn“ festigten Janoschs Ruf als einfühlsamer und fantasievoller Autor und Illustrator für Kinder. Lesenswert sind auch seine Romane für Erwachsene. Insgesamt schrieb er mehr als 150 Bücher, teilweise ist von rund 300 Werken die Rede.

Illustrator Horst Eckert alias Janosch im Jahr 1984 in einer Hängematte mit Zeichenblock
Seit Jahrzehnten lebte er auf Teneriffa – die Hängematte war sein Lieblingsplatz

Idylle als Seelenpflaster

Janoschs Kinderbücher sind ein Gegenentwurf zur eigenen Vergangenheit, die der Künstler später zu verdrängen suchte, indem er sich mit Alkohol betäubte. Er habe mit dem Verstand aus seinem Kopf aussteigen müssen, sagte er seiner Biografin Angela Bajorek, die 2016 über ihn geschrieben hatte. „Wer fast nichts braucht, hat alles“, lautete der Titel.

Die düstere Seite kam in seinen Romanen zum Tragen, die sich eher an Erwachsene richten. In „Cholonek oder der liebe Gott aus Lehm“ etwa erzählt er von der grauen Arbeitersiedlung, in der er seine Kindheit verbrachte. Nach dem Zweiten Weltkrieg verließ die Familie fluchtartig ihr Zuhause, um schließlich in der Nähe von Oldenburg zu landen. Für Janosch blieb Zabrze trotz allem eine Art Sehnsuchtsort. So notierte er später im Roman „Polski Blues“: „Polen ist ein Heimwehland.“

Tiger, Bär und Tigerente als Markenzeichen

Doch sein Markenzeichen blieben Tiger, Bär und Tigerente. Janosch selbst distanzierte sich aber von dem lukrativen Lizenzgeschäft der Janosch Film & Medien AG. „Ich habe nichts damit zu tun, ich sehe das auch nicht, ist zu weit weg. Das ist eine andere Baustelle“, sagte er der dpa vor zehn Jahren.

Mit seiner Frau Ines lebte er seit Jahrzehnten auf Teneriffa. Sein Lieblingsplatz: „Immer Hängematte“, vertraute er seiner Biografin an. Dort lebte er ein einfaches Leben, wie er der dpa zu seinem 85. Geburtstag am 11. März 2016 erzählte, „mit Essen, und ich trinke diesen Wein. Und ich pflanze im Garten Kartoffeln zum Beispiel.“ Sein größter Wunsch damals: „Dass ich hier ewig so sitzen kann und die Sintflut erst kommt, wenn ich ganz weg bin. Also NACH meiner Himmelfahrt.“

Source: ORF · ORF.at

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