Festnahme
Italiens Staatsfeind Nummer eins, der keiner ist
Nach den Ausschreitungen in Mailand haben Behörden den mutmaßlichen Drahtzieher verhaftet. Für Melonis Rechtsregierung der perfekte Verdächtige – aber wohl nur ein Trittbrettfahrer
Auch vergangenen Samstag, eine Woche nach den massiven Ausschreitungen in Mailand, kam es wieder zu Demonstrationen gegen die Regierung und die steigenden Lebenserhaltungskosten.
Ganz Italien stand noch unter Schock wegen der Gewalt, die Mailand am Wochenende des 17. und 18. Oktober erlebt hatte: Tausende meist vermummte, jugendliche Randalierer hatten die Innenstadt verwüstet, Geschäfte geplündert, Barrikaden angezündet und sich stundenlange Gefechte mit den Sicherheitskräften geliefert. Die Erleichterung und Genugtuung der Behörden war deshalb groß, als die Polizei nur wenige Tage danach den mutmaßlichen Drahtzieher der Krawalle präsentieren konnte: Youssef S., 30 Jahre alt, geboren in Brescia, Sohn marokkanischer Einwanderer, Hamas-Sympathisant. Die von Giorgia Meloni angeführte Rechtskoalition in Rom feierte die Verhaftung des zuvor ebenso unbekannten wie unbescholtenen Youssef S. so überschwänglich, als hätte ein Sonderkommando gerade den Chef der Roten Brigaden festgenommen.
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Source: Der Standard
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