Online seit heute, 15.24 Uhr
Israel hat 14 ausländische Aktivisten aus Nordamerika und Europa im besetzten Westjordanland festgenommen und ausgewiesen. Die Aktivisten hätten sich an einer „Störung der öffentlichen Ordnung beteiligt“, erklärten die israelischen Behörden heute.
Die Aktivisten aus den USA, Kanada, Italien und Deutschland, die sich mit Touristenvisen in der Region aufhielten, seien am Wochenende aus Israel ausgewiesen worden, teilte die dem Innenministerium unterstehende Behörde für Bevölkerung und Einwanderung mit.
Zuvor seien die Aktivisten von Sicherheitskräften in der Gegend von Ramallah festgenommen worden, erklärte die Behörde. „Die letzten wurden am Sonntagmorgen ausgewiesen“, sagte eine Sprecherin der Nachrichtenagentur AFP. Die Polizei teilte mit, es seien auch drei Palästinenser festgenommen worden.
Vorfälle bei Olivenernte
Die Aktivisten wurden nach Angaben der israelischen Menschenrechtsorganisation Rights Defenders Fund (HRDF) festgenommen, als sie palästinensische Landwirte bei der Olivenernte begleiteten.
Die diesjährige Olivenernte im Westjordanland wird von Siedlergewalt überschattet. Aktivisten werfen den Siedlern vor, die Palästinenser an der Ernte hindern zu wollen.
Polizeiangaben zufolge wird den Aktivisten vorgeworfen, Gewalt zu provozieren und „antiisraelische Medienkampagnen“ schüren zu wollen. Ihre Ausweisung diene dazu, „derartigen provokativen Aktivitäten entgegenzuwirken“, erklärte die Polizei.
Gewalt stark zugenommen
Die Gewalt israelischer Siedler gegen Palästinenser im Westjordanland hat stark zugenommen und zu scharfer internationaler Kritik geführt.
Die israelische NGO Yesh Din hat während der fünfwöchigen Olivenernte mehr als 850 Fälle von „Gewalt“ durch Siedler erfasst. Laut HRDF waren in der vergangenen Woche bereits 15 Ausländer, darunter eine Journalistin, festgenommen und des Landes verwiesen worden.
Source: ORF · ORF.at
At a glance
- Topic
- World
- Country
- 🇦🇹 AT
- Publisher language
- DE
- Added to Allnira