1971–2026

Der bayrische Vizeministerpräsident und Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger ist überraschend gestorben. Das teilten der bayrische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und die Berliner Staatsanwaltschaft am Mittwochabend mit. Aiwanger, der auch bayrischer Wirtschaftsminister war, starb im Alter von 55 Jahren in einem Berliner Hotel.

Online seit heute, 23.09 Uhr

Mittwochnachmittag hätte Aiwanger bei der Eröffnung eines Hauptstadtbüros der Freien Wähler eine Rede halten sollen. Er habe sich aber aus gesundheitlichen Gründen abgemeldet und vertreten lassen, hieß es. Später sei er leblos in seinem Zimmer aufgefunden worden.

Die Berliner Polizei und die Staatsanwaltschaft der deutschen Hauptstadt kündigten an, ein Todesermittlungsverfahren einzuleiten. Ziel sei es, „die konkrete Todesursache und den Hergang des Todes herauszufinden sowie ein mögliches Fremdverschulden auszuschließen“, erklärten die Ermittler am Mittwochabend.

Söder: „Sind zutiefst geschockt“

„Der plötzliche Tod von Hubert Aiwanger ist eine absolute Tragödie. Wir sind alle zutiefst geschockt. Unsere Gedanken sind nun zuerst bei seiner Familie und seinen Kindern“, sagte Söder am Mittwochabend.

Mit Aiwanger verlieren die Freien Wähler ihren markantesten und sicher auch streitbarsten Kopf. 2008 war Aiwanger mit den Freien Wählern erstmals in den bayrischen Landtag eingezogen und wurde deren Fraktionschef. Zehn Jahre später, 2018, schmiedeten die von Söder angeführte CSU und die Freien Wähler eine Koalition. Aiwanger wurde Wirtschaftsminister und stellvertretender Ministerpräsident.

Erst bei den bayrischen Kommunalwahlen im Frühjahr hatten die Freien Wähler unter Aiwangers Führung noch große Siege gefeiert und der CSU viele Landratsposten abgejagt. Im Gegensatz zu seinen politischen Erfolgen in Bayern blieb Aiwanger aber ein großes bundespolitisches Ziel verwehrt: der Einzug seiner Partei in den Bundestag.

Affäre um antisemitisches Flugblatt

2023 wurde Aiwanger beschuldigt, in seiner Schulzeit in den 80er Jahren ein antisemitisches Flugblatt verfasst und verteilt zu haben. Exemplare davon sollen damals in seiner Schultasche gefunden worden sein. Aiwanger bat zwar um Entschuldigung und betonte, nie ein Judenhasser gewesen zu sein. Zugleich sah er aber eine politische Kampagne gegen sich. Als Verfasser hatte sich sein Bruder bekannt.

Source: ORF · ORF.at

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