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Bei der heutigen Parlamentswahl in Israel zeichnet sich nach Schließung der Wahllokale ein Patt ab. Weder Ministerpräsident Benjamin Netanjahu noch sein wichtigster Herausforderer Gadi Eisenkot können mit einer Mehrheit in der 120 Sitze zählenden Knesset rechnen, wie aus Exit-Polls großer Fernsehsender hervorgeht.
Einer Erhebung des Senders Channel 12 zufolge wird Netanjahus Likud-Partei mit 24 Mandaten stärkste Kraft. Die Partei von Eisenkot kommt demnach auf 22 Sitze. Der Block rund um Eisenkot liegt den Exit-Polls zufolge jedoch vor dem Netanjahus. Einen klaren Sieger gibt es damit jedoch zunächst nicht.
Rekordwahlbeteiligung
Die Wahlbeteiligung war auf einem Rekordhoch. Um 20.00 Uhr (Ortszeit) hatten bereits 74,3 Prozent der rund 7,3 Millionen Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. Das ist der höchste Wert seit 1973, als erstmals Zwischenstände der Wahlbeteiligung während des Wahltags bekanntgegeben wurden. Zudem waren es zu dem Zeitpunkt bereits mehr Stimmen als nach Wahlschluss 2022.
Die Wahlkommission hatte wegen der teils langen Schlangen angekündigt, im Bedarfsfall die Wahllokale später zu schließen. Alle, die vor dem offiziellen Wahlschluss in der Schlange stehen, sollten jedenfalls ihre Stimme abgeben können.
Verlängerung der Öffnungszeiten abgelehnt
Die Likud-Partei von Premierminister Netanjahu hatte zudem eine Verlängerung der Öffnungszeiten gefordert. Die Partei seines Kontrahenten Eisenkot Jaschar widersprach „entschieden“, es habe keinen außergewöhnlichen Vorfall gegeben, der das rechtfertige. Der Vorstoß Netanjahus wurde von der Wahlkommission abgelehnt.
Morgen Früh beginnt die Auszählung der Briefwahlstimmen. Am 4. November wird das offizielle Endergebnis erwartet. Möglicherweise erst danach dürfte Staatspräsident Jizchak Herzog über den nächsten wichtigen Schritt entscheiden – nämlich, wem er den Regierungsbildungsauftrag erteilt.
Beim heutigen Urnengang handelte es sich um die erste israelische Parlamentswahl seit dem beispiellosen Überfall der Terrororganisation Hamas und dem folgenden Gaza-Krieg. Von vielen Seiten wurde die Abstimmung als Schicksalswahl angesehen.
Source: ORF · ORF.at
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